1944

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Geboren 1944   •   Gestorben 1944

Januar[Bearbeiten]

  • 22. Januar: Vom 22. Januar bis 5. Februar 1944 werden alle Jugendlichen der Jahrgänge 1925-1934 (männlich) bzw. 1922-1934 (weiblich) im Bereich des HJ-Banns Nordhausen/Südharz über die Pflichtteilnahme an Jugendappellen in einer sog. Einsatzkartei erfasst.[1]
  • 27. Januar: Vom Abschuss-Ort Peenmünde wird der erste Testflug einer im Mittelwerk Dora gefertigten Rakete durchgeführt.[2]
  • 28. Januar: Kurt Wein spricht im Geschichtsverein über die Kulturgeschichte der Gartenpflanzen.
  • 30. Januar: Die Nordhäuser NSDAP begeht den Tag der nationalsozialistischen Machtergreifung mit einem Marsch durch die Stadt. Auf dem Adolf-Hitler-Platz am Rathaus spricht Oberbannführer Gebhardt. Danach findet am Platz der SA (ehemals Friedrich-Wilhelm-Platz) ein Vorbeimarsch vor Kreisleiter Hans Nentwig statt.[1]

Februar[Bearbeiten]

  • 1. Februar: Johannes Kleinspehn stirbt im Konzentrationslager Sachsenhausen.
  • 7. Februar: Eine Tauschstelle für Gebrauchtwaren wird als städtische Einrichtung im früheren Ladengeschäft der Fa. Borchers & Richter unter dem Leitwort „Ein Volk hilft sich selbst“ eröffnet. Die Tauschstelle ist die zweite im Gau Thüringen.[1]
  • 8. Februar: In Behelfslazaretten treten in den Gasthäusern „Zur Hoffnung“ und „Spangenberg“ BDM-Mädel auf und spiele für die untergebrachten Verwundeten Lieder und tanzen. Sie treten auch im Reservelazarett am Weinberg auf.[1]
  • 13. Februar: Der Stadtälteste Robert Werther stirbt.
  • 16. Februar: Der Gaueinsatzstab überprüft die Luftschutzmaßnahmen der Stadt. Am Vormittag werden Befehls- und Rettungsstellen, Deckungsgräben, Stollen, Feuerlöschteiche und Auffangstellen besichtigt. Am Nachmittag findet im Ratsherrnsaale ein großes Planspiel statt. Auf Anordnung des Oberbürgermeisters haben sich alle Beamten, Angestellten und Kriegshilfsangestellten nach einem Angriff auf das Stadtgebiet und einer Zerstörung der Verwaltungsgebäude im Meyenburgmuseum, die Arbeiter der städtischen Betriebe auf dem städtischen Lagerplatz Kyffhäuserstraße einzufinden. Damit ist eine Anordnung vom November 1943 aufgehoben, die einen Sammelplatz in der Stolberger Straße vorsah.[1]

März[Bearbeiten]

  • 3. März: Beim Eintopfessen mit der Nordhäuser Bevölkerung auf dem Fliegerhorst werden annähernd 3000 Portionen ausgegeben. Der Erlös fließt dem Kriegswinterhilfswerk zu.[1]
  • 5. März: Nach einer Besprechung verfügt Adolf Hitler, daß ein Teil der Untertage-Verlagerung im Kohnstein nun für die Fertigung von Jagdflugzeugen genutzt wird.[3]

April[Bearbeiten]

  • 11. April: Gegen 12:50 Uhr wird die Stadt erstmals von feindlichen Jagdfliegern angegriffen. Zwei Menschen werden durch Bordwaffen getötet, zwei verletzt. In der Zeitung wird vor Berührung feindlicher Abwurfmunition gewarnt.[1]
  • 20. April: Der Geburtstag Hitlers am 20. April wird von der NS-Propaganda genutzt, um bei der Bevölkerung den Glauben an den Endsieg und den Willen zum Durchhalten weiter wach zu halten bzw. zu stärken. Nach Pressemeldungen hat die Stadt anläßlich des „Führergeburtstages“ ein festliches Kleid angelegt. Die Schaufenster sind mit Fahnen und Hitlerbildem dekoriert.[1]
  • 23. April: Mit einer Haussammlung unter der Parole „Die Heimat hilft unseren Verwundeten“ beginnt das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz 1944.[1]
  • 26. April: In den Räumen der „Harmonie“ wird eine Wanderausstellung „Der Luftterror“ eröffnet. Mit Bild- und Anschauungsmaterial vermittelt sie Kenntnisse zum Luftkrieg und Luftschutz, insbesondere zur Vorbeugung und zum Schutz gegen Brand sowie über Mittel und Möglichkeiten der Brandbekämpfung.[1]
  • 29. April: Feindliche Jäger attackieren im Tiefflug den Fliegerhorst und schießen drei Flugzeuge in Brand. Auch ein Eisenbahnzug wird beschossen. Ein Toter und mehrere Verletzte sind zu beklagen.[1]

Mai[Bearbeiten]

Juni[Bearbeiten]

Juli[Bearbeiten]

  • 7. Juli: Bei einem Luftangriff auf den Fliegerhorst werden auch in den anliegenden Straßen, der Kameraden-, Richthofen- und Legion-Condor-Straße, Häuser beschädigt. Es sind Tote und Verwundete zu beklagen.[1]
  • 20. Juli: Bei einem Luftangriff auf den Fliegerhorst werden nach Angaben der örtlichen Behörden 82 Bomben abgeworfen. Auch das Gleissystem östlich des Hauptbahnhofes wird beschädigt, so dass der Eisenbahnverkehr für mehrere Tage unterbrochen ist. Bei Kleinwerther wird die Eisenbahnstrecke nach Kassel durch Bomben beschädigt.[1]
  • 22. Juli: Wie der Südharzer Kurier berichtet, fand sich anlässlich des Attentats auf Hitler die Einwohnerschaft Nordhausens am 22. Juli zu einer Dankeskundgebung auf dem Neumarkt zusammen und bekundete mit ihrer Teilnahme ihre „unerschütterliche Treue zum Führer. Mehr als 5000 Männer aller Gliederungen, Formationen und Verbände der Partei sowie Organisationen und Vereine, an ihrer Spitze Einheiten der Wehrmacht und der Polizei, marschierten durch die aus diesem Anlaß festlich geschmückten Straßen zum Neumarkt, wo sich weitere 5000 Volksgenossen zu dieser eindrucksvollen Demonstration der Liebe und Treue zum Führer zusammengefunden hatten.“ Kreisleiter Hans Nentwig und andere NS-Funktionsträger riefen zum Einsatz aller Kräfte für den totalen Krieg auf.[1]
  • 31. Juli: Reisen sind nur noch mit entsprechenden Genehmigungen möglich. Diese werden im Stadthaus auf Grund von Dringlichkeitsnachweisen erteilt. Der Südharzer Kurier gibt die Parole aus: „Erst siegen, dann reisen!“ und appelliert am 31. Juli an die Bevölkerung, nicht mehr zu verreisen, um die Züge für kriegswichtige Fahrten freizuhalten.[1]

August[Bearbeiten]

  • 24. August: Nach hiesigen Angaben werfen 34 alliierte Bombenflugzeuge Stabbrandbomben und Sprengbomben auf Fliegerhorst und Bahnhof. Ein Güterzug brennt aus. Die Gleisanlagen und ein Haus werden beschädigt. Einige Bomben fallen auch in der Stadt.[1]

September[Bearbeiten]

  • 3. September: Aus Anlass des 5. Jahrestages des Kriegsbeginns findet am 3. September ein Marsch der Kriegsfreiwilligen des Jahrgangs 1928 statt, der mit einem Appell auf dem Adolf-Hitler-Platz endet. Die Veranstaltung wird von der Presse als „Demonstration der moralischen Willenskraft“ gewertet.
  • 7. September: Das Luftwaffen-Feld-Bataillon 1211 wird aufgestellt.[4]
  • 8. September: Die V2-Rakete, deren Montage im unterirdischen Mittelwerk durch Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora erfolgte, wird zum ersten Mal militärisch eingesetzt. Von Den Haag aus wird der Londoner Vorort Chiswick getroffen.[5]
  • 24. September: Bomber greifen Bahnhof und Flugplatz an.[1]

Oktober[Bearbeiten]

  • 7. Oktober: Erneut wird der Fliegerhorst und das Eisenbahngelände bombardiert.[1]
  • 28. Oktober: Das Außenlager Dora wird strukturell vom Stammlager Buchenwald losgelöst und mit mehreren kleineren Lagern zum eigenständigen „Konzentrationslager Mittelbau“.[6]
  • 29. Oktober: „Waffenfähige Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ werden für den Volkssturm erfasst und in 29 Bataillone unterteilt.

November[Bearbeiten]

Dezember[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen : 1802 bis 1989. Horb am Neckar: Geiger, 2003.
  2. Wikipedia, abgerufen am 18.1.2021.
  3. U-Verlagerung „Mittelwerk" - Unterirdische V-Waffen-Produktion bei Nordhausen Abgerufen am 28. Februar 2014.
  4. Lexikon der Wehrmacht: Luftwaffen-Feld-Bataillon 1211 Abgerufen am 2. September 2013.
  5. Wikipedia: Aggregat 4 Abgerufen am 2. September 2013.
  6. Wikipedia: KZ Mittelbau-Dora Abgerufen am 24. Oktober 2013.
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