1949

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Geboren 1949   •   Gestorben 1949

Januar[Bearbeiten]

Februar[Bearbeiten]


In der Zeitung Thüringer Volk heißt es am 26. Februar 1949: „Dreieinhalb Jahre schwere Aufbauarbeit liegen zurück. Meterhohe Schutt müssen längs der Straßen, tiefe Bombentrichter, Häuserwracks sind beseitigt. Die Schäden an den Brücken und in den Straßen sind ausgebessert. Fast 100 000 cbm Schuttmassen, 300 Tonnen Schrott und mehr als eine Million Ziegelsteine wurden aufgeräumt und geborgen. Die Straßen der Stadt sind wieder passierbar, die Brücken, das Kanalnetz, die Elektrizitäts- und Gasversorgung sind vollkommen wiederhergestellt.“[1]

März[Bearbeiten]

  • 1. März: Eine „Raiffeisen-Molkerei-Genossenschaft Nordhausen“ wird gegründet.[1]
  • 3. März: In Görlitz verstirbt der in Nordhausen geborene Gewerkschafter Hugo Eberle.
  • 4. März: Der Nordhäuser Stadtausschuss der Deutschen Volkskongressbewegung führt in der Gaststätte „Zum Socken“ eine Versammlung zum Thema „Der Kampf um die Einheit Deutschlands“ durch.[1]
  • 22. März: Der Kulturbund veranstaltet gemeinsam mit der FDJ eine Goethefeier der Jugend.[1]

April[Bearbeiten]

  • 6. April: Die öffentliche Stadtverordneten-Versammlung beschließt die Umbenennung der Petersberg-Schule in „Theo-Neubauer-Schule“. Oberbürgermeister Hans Himmler stellt einen Plan zur weiteren Enttrümmerung der Stadt vor, der die Zustimmung der Stadtverordneten findet. Sie stimmen auch dem Vorschlag zu, dass die Parteien und Organisationen stärker als bisher für den freiwilligen Arbeitseinsatz der Bevölkerung werben sollen.[1]
  • 14. April: Die Landesbauverwaltung Erfurt sichert dem Rat der Stadt Nordhausen fernmündlich die Zuweisung von 350.000 RM zur sofortigen Trümmerbeseitigung zu.[1]
  • 23. April: Anlässlich des Abschlusses des Weltfriedenskongresses in Paris und Prag findet, getragen von allen Parteien und Organisationen, im Haus des FDGB (ehemalige Reithalle) eine Friedenskundgebung mit 600 Teilnehmern statt.[1]
  • 26. April: Im Rahmen des Sofortprogramms beginnt die Landesbauverwaltung Erfurt, durchgeführt von Nordhäuser Firmen, die Entrümmerung im Gebiet Neustadtstraße, Lesserstiege, Neue Straße, Petrikirchplatz, Petersberg, Rautenstraße, Predigerstraße, Königshof, Kranichstraße.[1]

Mai[Bearbeiten]

  • 13. Mai: „Sagt Ja zum Frieden und zur Einheit“ ist das Thema einer Großkundgebung, organisiert vom Kreissekretariat Nordhausen des Deutschen Volkskongresses im Haus des FDGB.[1]
  • 16. Mai: In der Stadt finden die Wahlen zum 3. Deutschen Volkskongress statt. Von den abgegebenen gültigen Stimmen entfallen 61 % auf die Entscheidung „Ja, für die Einheit Deutschlands“.[1]
  • 28. Mai: Am 1. Pfingstfeiertag übernimmt die Gemeinde Jacobi-Frauenberg die St.-Cyriaci-Kapelle, die bisher Eigentum der Stadt war, in ihre Hände. Im Austausch verkauft die Gemeinde an die Stadt das Grundstück der zerstörten St.-Jacobi-Kirche.[1]

Juni[Bearbeiten]

  • 10. Juni: Der Hauptausschuss der Stadtverordneten-Versammlung beschließt, dass folgende Betriebe zu einem „Kommunalen Wirtschaftsuntemeh- men (KWU)“ zusammengeschlossen werden: E-Werk, Wasserwerk, Wasch- und Badeanstalt, Stadtwaage und Schlachthof als Versorgungsbetriebe; Straßenbahn- und Omnibusbetrieb sowie Fuhrpark der Stadt als Verkehrsbetriebe; Bauhof GmbH und Aufbaugesellschaft als Baubetriebe; Wohn- und Industriegrundbesitz der Stadt als Grundbesitz; die Stadtgüter Himmelgarten, Darre und Großwerther sowie Lehrhof und städtische Forsten als land- und forstwirtschaftliche Betriebe; Kanalisation, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Bedürfnisanstalten und Stadtgärtnerei als sonstige Betriebe und Einrichtungen sowie die VE-Betriebe Nordholzwerk (vorm. Tolle & Söhne) und Nordpharma (vorm. Eberhard & Co.) und die Anteilsrechte bzw. Beteiligungen der Stadt an gewerblichen Betrieben.

Juli[Bearbeiten]

  • 16. Juli: Der Kaufmann und frühere stellvertretende Landrat Gustav Krause wird auf Veranlassung der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK) wegen illegaler Überführung von Personen über die Demarkationslinie verhaftet (so der offizielle Grund).
  • 22. Juli: Als erster neuer Nordhäuser Traktor geht die Brockenhexe in Serie.[2]

August[Bearbeiten]

  • 28. August: Zu einer Goethefeier der Stadt Nordhausen wird um 11 Uhr in den städtischen Konzertsaal, Domstraße, eingeladen. Abends erklingt im Meyenburg-Park unter der Leitung von Musikdirektor Grünert das letzte Konzert des Städtischen Orchesters Nordhausen vor der Fusion mit dem Lohorchester Sondershausen.[1]
  • 29. August: Fritz Gießner wird als Landrat des Kreises Nordhausen eingesetzt.[3]

September[Bearbeiten]

  • 1. September: Die Sportgemeinschaft BSG Motor Nordhausen wird gegründet.[4]

Oktober[Bearbeiten]

  • 1. Oktober: Das Sowjetische Militärtribunal in Weimar verurteilt den Kaufmann u. früheren stellvertretenden Landrat Gustav Krause zu zehn Jahren Strafarbeitslager, die er im Internierungslager Sachsenhausen, in der Haftanstalt Untermaßfeld und in der Vollzugsanstalt Torgau verbüßen muss.
  • 2. Oktober: Anlässlich des Weltfriedenstages findet die Veranstaltung „Weiße Taube über den Kontinenten" in Nordhausen statt.[5]
  • 15. Oktober: Das Theater Nordhausen wird nach dem Wiederaufbau mit Mozarts „Hochzeit des Figaro" feierlich wiedereröffnet.
  • 31. Oktober: Die St.-Blasii-Kirche wird nach Beseitigung der Kriegsschäden wieder eingeweiht.

November[Bearbeiten]

Dezember[Bearbeiten]

  • 6. Dezember: An die Bevölkerung ergeht über die lokale Presse der Aufruf, belastendes Material, das die Zusammenarbeit des ehemaligen NS-Kreisleiters Hans Nentwig mit der Gestapo dokumentiert, zur Verfügung zu stellen.[1]
  • 15. Dezember: In der Bahnhofstraße 14 wird eine Poliklinik eröffnet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen : 1802 bis 1989. Horb am Neckar: Geiger, 2003.
  2. Die 100-jährige Geschichte des IFA-Industrieparks Nordhausen: Lok- und Traktorenära Abgerufen am 18. Juli 2013.
  3. Gera Chronik: Suche nach Fritz Gießner Abgerufen am 31. Juli 2013.
  4. Wikipedia: FSV Wacker 90 Nordhausen Abgerufen am 27. August 2013.
  5. Kulturbund: Zur Geschichte des Kulturbundes in Thüringen. Seite 64