Volkssturm

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Armbinde

Der Volkssturm in Nordhausen wurde im Oktober 1944 aufgestellt und am 11. April 1945 aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 29. Oktober 1944 wurden „waffenfähige Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ für den Volkssturm erfasst und in 29 Bataillone im ganzen Kreisgebiet unterteilt, von denen 10 dem Stadtgebiet Nordhausen angehörten.[1] Die Organisation war angeglichen an die gebietliche Gliederung der Partei. Die Erfassungsstellen für die Bezirke der neun Nordhäuser Ortsgruppen Bismarck, Finkenburg, Gustloff, Horst Wessel, Meyenburg, Ostmark, Richthofen, Schlageter, Weddingen waren vorher festgesetzt worden.[1]

Am 5. November 1944 fand der erste Appell statt. Die feierliche Vereidigung des Nordhäuser Volkssturmes erfolgte knapp zwei Wochen später auf dem Neumarkt. Der Nordhäuser Volkssturm bestand aus Veteranen der Jahrgänge 1885 - 1899 und einigen Hitlerjungen der Jahrgänge 1928/29, zahlenmässig eher in Zug- als in Bataillons-Stärke. Hauptmann d. R. Sigurd Rudloff war stellv. Volkssturm-Kommandeur der gesamten auf dem Neumarkt vereidigten Nordhäuser Bataillone. Die Bataillone im Landkreis trugen heimatgebundene Namen, z. B. „Roland von Nordhausen“, „Heinrichsburg“, „Ellrich“, „Helwig von Harzungen“.[Beleg benötigt] Etwa 10 Mann waren abgestellt zur Bewachung der auf dem Fliegerhorst Nordhausen abgestellten Kampfflugzeuge, darunter mehrerer Mistel-Gespanne.

Carl Parrhysius war mit 73 Jahren der älteste Freiwillige des Nordhäuser Volkssturmes und gab den Text für das Lied „Die Volkssturm-Bataillone“.

Der Kommandeur des Volkssturmes, Schulrat Paul Koch, wurde am 3. April im Keller-Schutzraum des Riesenhauses an der Schulter verletzt und ernannte am 4. April 1945 den Hauptmann d. Reserve Sigurd Rudloff sowohl zum Kommandeur des Nordhäuser Volkssturmes als auch zum Kampfkommandanten von Nordhausen.[2] Nach den Luftangriffen auf Nordhausen wurden auf Befehl des SS-Obergruppenführers und Generals der SS (Schutz-Staffel) Hans Kammler vom 6. April 1945 Vorbereitungen zur Verteidigung der Stadt und der Harzpforte getroffen ; so wurden Gräben und Löcher im Stürzetal, am Zentralfriedhof an der Leimbacher Straße, bei Wildes Hölzchen, in der Gumpe, Auf dem Holungsbügel und an den Stadteingängen ausgehoben. An der Promenade, im Gehege und an der Zorge entstanden stellenweise Deckungen für eine zweite Verteidigungslinie. Die Kommandantur des Nordhäuser Volkssturms befand sich in der ehemaligen Zichorienfabrik an der Stolberger Straße. Zur Verfügung standen im April 1945 vier Maschinengewehr, einige hundert Kleinkalibergewehre und Karabiner (Volkssturmgewehr) und ein paar Dutzend Panzerfäuste. Kammler verließ mit einem Teil seines Stabes am 7. April 1945 das Mittelwerk in Richtung West-Harz.[3] Am 10. April 1945 beim Einrücken der US-Truppen in das Vorharzgebiet waren die Stellungen verlassen und leer.[4] Bei der Besetzung der US-Armee am 11. April 1945 kam es zu keinen Kampfhandlungen in Nordhausen. Der Volkssturm wurde am gleichen Tag vom Kampf-Kommandanten Hauptmann d.R. Sigurd Rudloff informell aufgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945. Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995. S. 29.
  2. Jost-Dieter Rudloff: Erinnerungen an die Meyenburgstraße 1938-1945. In: Das Nordhäuser Geschichtenbuch, S. 180.
  3. Fred Dittmann: Mittelwerk-GmbH, S.101
  4. Jürgen Möller, a.a.O., S. 34.