Gerhard Stumme

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Gerhard Stumme
[[Bild:|220px|Gerhard Stumme]]
Dr. Gustav Gerhard Heinrich Stumme
geb. 23. Januar 1889 in Halberstadt
gest. 15. Februar 1934 in Nordhausen
Landrat, Regierungsreferendar
GND-Nummer 1050221508
DNB: Datensatz


Gustav Gerhard Heinrich Stumme (geb. 23. Januar 1889 in Halberstadt; gest. 15. Februar 1934 in Nordhausen) war von 1932 bis 1934 Landrat der Grafschaft Hohenstein.

Leben[Bearbeiten]

Gustav Gerhard Heinrich Stumme wurde als Sohn des Kaufmanns und Stadtrats Gustav Stumme und Therese, geb. Goette, geboren. Nach der Vorschule besuchte er das Domgymnasium in Halberstadt und legte im September 1908 sein Abitur ab. Es folgte das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften zunächst in Freiburg im Breisgau[1] und anschließend in Halle.[2] Am 23. Dezember 1911 bestand Stumme das Referendarexamen in Naumburg a. S.

Nach der Ernennung zum Referendar wurde Gerhard Stumme an das Amtsgericht in Heldrungen in Thüringen zur Ausbildung überwiesen und war bis Oktober 1913 im Justizdienst beschäftigt. Daneben leistete er ein Jahr seine Dienstpflicht beim Husaren-Regiment Nr. 6 im schlesischen Leobschütz.

Die Übernahme in den Verwaltungsdienst erfolgte im Herbst 1913 mit der Ernennung zum Regierungsreferendar und Tätigkeit bei der Präsidialabteilung der Regierung in Breslau. 1914 ging er nach Bunzlau und arbeitete im dortigen Landratsamt.

Am 3. August 1914 folgte Stumme der Mobilmachungsorder und diente beim Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 3. Er gehörte viereinhalb Jahre dem Feldheer an und war bis zur Verwundung im Oktober 1918 ohne Unterbrechung an der Westfront. Stumme wurde mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse sowie mit dem Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordnens mit Schwerten ausgezeichnet.

Nach dem Weltkrieg nahm er die Beschäftigung in Bunzlau wieder auf und wurde Ende Mai 1919 an die Regierung in Breslau zurücküberwiesen. Hier nahm er an Universitätsvorlesungen als Hospitant teil und hörte allgemeine Volkswirtschaftslehre. Es folgte am 20. Februar 1920 die Promotion mit der Arbeit „Entwicklung, Wesen und Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands“.

Ab 1922 war Stumme Regierungsrat der allgemeinen Verwaltung und wurde ein Jahr später Landrat in Weißensee und ließ sich später nach Nordhausen versetzen, wo er die Stelle am 26. August 1932 antrat. Sein Vorgänger war der Sozialdemokrat Johannes Kunzemann.

Gerhard Stumme war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und trat 1933 der NSDAP bei. In seine Amtszeit fiel die problemreiche Eingliederung des Kreises Ilfeld in den Landkreis Grafschaft Hohenstein.

Stumme stürzte am 15. Februar 1934 um 8:20 Uhr aus einem Fenster des Landratsamtes und kam ums Leben. Ob es sich dabei um einen Unglücksfall oder Selbstmord handelte, ist bis heute ungeklärt; die scharfe Gegnerschaft Stummes zum NSDAP-Kreisleiter Heinrich Keiser lässt Selbstmord vermuten. Der Regierungspräsident in Erfurt übertrug die kommissarische Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Landrats zunächst dem Oberbürgermeister, Ortsgruppenleiter Heinz Sting, und überging damit den Ersten Kreisdeputierten, Kreisleiter Keiser.

Stumme wurde in Halberstadt beigesetzt, sein Nachfolger als Landrat wurde 1936 Wolf von Wolffersdorf.

Gerhard Stumme war seit 1914 verheiratet und hatte drei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Eisernes Kreuz II. Klasse
  • Eisernes Kreuz I. Klasse
  • Fürstlicher Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern

Werke[Bearbeiten]

  • Entwicklung, Wesen und Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands (Breslau, Univ., Diss., 1920, Fragment Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stumme hörte u. a. Geschichte der Nationalökonomie und des Sozialismus sowie Finanzwissenschaft Prof. Diehl, theoretische Nationalökonomie bei Prof. v. Schulze- Gaevernitz, Verkehrswesen und Verkehrspolitik bei Prof. Weyermannmann, Staatslehre bei Prof. Schmidt.
  2. dort u. a. Vorlesungen von Prof. v. Blume über bürgerliches Recht, Rechtsanwendung und Rechtsauslegung, Prof. Löning über Verwaltungsrecht, Prof. Fleischmann über deutsches Reichs- und Landesstaatsrecht und Prof. Conrad über Volkswirtschaftspolitik.