Paul von Hindenburg und Nordhausen

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Generalfeldmarschall a. D. Paul von Hindenburg beim Empfang in Nordhausen, links von ihm der Oberbürgermeister Carl Contag (9. August 1924)

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg (geb. 2. Oktober 1847 in Posen; gest. 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Westpreußen) war ein Generalfeldmarschall und danach Staatsmann. Er war der zweite Reichspräsident während der Weimarer Republik.

Hindenburg und Nordhausen[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkrieges schlugen Nordhäuser Bürger 1915 vor, den Neumarkt nach dem Generalfeldmarschall in „Hindenburgplatz“ umzubenennen. Am 10. Mai 1917 brachte die Stadtverordneten-Versammlung Hindenburg in einem Telegramm zur Kenntnis, dass „die städtischen Körperschaften gegen das Verhalten des Reichstagsabgeordneten Dr. Cohn im Haushalts-Ausschuss des Reichstages die schärfste Missbilligung aussprechen.“ Oskar Cohn hatte sich im Reichstag eindeutig gegen die Fortsetzung des Krieges gewandt.

Generalmajor Max Hoffmann, engster Mitarbeiter von Hindenburg in der Obersten Heeresleitung, der von 1879 bis 1887 in Nordhausen das Gymnasium besuchte, wurde am 11. März 1918 Ehrenbürger der Stadt.

Paul von Hindenburg, seit 1917 ebenfalls Ehrenbürger von Nordhausen, beabsichtigte auf der Fahrt zum Kyffhäuser am 18. Juni 1921 im Kraftwagen die Stadt zu durchqueren. Die Stadträte Otto Flagmeyer und Albert Pabst schlossen gegenüber dem Oberbürgermeister Unruhen der Arbeiterschaft nicht aus. So sei zu befürchten, dass man dem ehemaligen Feldmarschall die Durchfahrt verweigere. Carl Contag bat daher, dass Hindenburg die Stadt im Zug durchfahren möge. Dieser reiste daher von Northeim im Salonwagen an und hielt auf dem Nordhäuser Bahnhof kurz an, wo man ihn mit Blumen überschüttete. Bei den Feiern aus Anlass des 25. Jubiläums des Kyffhäuser-Denkmals hielt Hindenburg die Hauptrede.
Auf der Rückreise hielt der Sonderzug am Vormittag des 20. Juni, von Kelbra kommend, in Nordhausen an, wo eine große Menschenmenge den Heerführer des großen Krieges bejubelte. Hindenburg empfing Contag und Gymnasialdirektor Ferdinand Orth zu einem kurzen Gespräch. Bestimmte Kreise der Stadt bewerteten seitdem den 18. Juni 1921 als einen „Tag der Schmach“ für Nordhausen. Oberbürgermeister Carl Contag zieht ein Rücktrittsgesuch zurück, nachdem ihm Magistrat und bürgerliche Parteien das Vertrauen ausgesprochen hatten.
Am 23. Juni veranstaltete das Nordhäuser Bürgertum zur Wiederherstellung der Ehre der Stadt einen Umzug zum Neumarkt, wo Pfarrer Johannes Lippert eine Rede zu Ehren Hindenburgs hielt.

Generalfeldmarschall von Hindenburg im Nordhäuser Stadion (9. August 1934)

Am 9. August 1924 besuchte Hindenburg anlässlich der Kyffhäuser-Festwoche des Jungdeutschen Ordens Nordhausen. Er traf gegen 12:30 Uhr in der Stadt ein und wurde vor dem Rathaus von Oberbürgermeister Contag begrüßt, der ihm einen Ehrentrunk überreichte, den die Weinkelterei Bohnhardt gestiftet hatte. Stadtrat Robert Werther hatte dafür einen kunstvoll gearbeiteten Becher zur Verfügung gestellt. Hindenburg sagte unter anderem: „Wir wollen das Vergangene vergessen sein lassen und uns dieses schönen Augenblicks erfreuen.“ Dann überreichte die Tochter des Schulrats Paul Koch einen Blumenstrauß und trug ein Gedicht vor. Anschließend fuhr Hindenburg zum Nordhäuser Stadion, wo in einem Festzelt das Mittagessen eingenommen wurde.

Am 6. Februar 1925 eröffnete der E.-K.-Verein eine Vaterländische Festspielwoche mit der Uraufführung des dreiteiligen Festspiels „Ritter, Tod und Teufel“. Text und Musik stammten von zwei Nordhäusern. Peter Ruß ist Hauptschriftleiter der Nordhäuser Allgemeinen Zeitung; der Komponist war Hanns Georg Warmke. Das Stück war Paul von Hindenburg gewidmet. Am 26. April 1925 fand der 2. Wahlgang der Reichspräsidentenwahl statt. Der Kandidat des „Volksblockes“ Marx erhielt 9164 Stimmen, auf Hindenburg entfallen 10.013 Stimmen, auf Thälmann 717 Stimmen. Der Magistrat richtete ein Grußtelegramm an Nordhausens Ehrenbürger Hindenburg und gratulierte ihm zur Wahl.

Bei der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 werden für Hindenburg 11.603 Stimmen abgegeben. Auf den Kandidaten der NSDAP Hitler entfielen 7245 Stimmen, rund 2400 Stimmen mehr als bei der letzten Reichstagswahl.

Am 5. August 1934 fand im Stadtverordneten-Sitzungssaal eine Trauerfeier für den am 2. August verstorbenen Ehrenbürger von Hindenburg statt. Die Parkallee wurde in Hindenburg-Allee umbenannt.

Literatur[Bearbeiten]