Rahmendaten zur Geschichte der Nordhäuser Heimatfreunde e. V.

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Autor: Horst Köhler
Titel: Rahmendaten zur Geschichte der Nordhäuser Heimatfreunde e. V.
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Erscheinungsdatum: 1992
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Wappen der Freien Reichsstadt Nordhausen und Wappen der Grafschaft Hohenstein.png


Rahmendaten zur Geschichte
der


Nordhäuser Heimatfreunde e. V.
– Heimatbund für den Südharz –




1948 – 1991




zusammengestellt von
Horst Köhler




Meinen treuen Freunden
Frau Maria Sting
Hannover
und
Herrn Peter-Otto Kruse
Witzenhausen




Titelseite
Wappen der Freien Reichsstadt Nordhausen
Wappen der Grafschaft Hohenstein




Als am 3. Oktober 1990 die Teilung Deutschlands mit der Wiederherstellung der staatlichen Einheit ihr Ende fand, sah sich auch ein Verein am Ziel seines mehr als 40 Jahre langen Weges angelangt, der aus der Not der Trennung heraus und in dem Bekenntnis zur Unteilbarkeit der mitteldeutschen Heimat in Westdeutschland entstanden war. Er war beim Amtsgericht Hannover eingetragen unter dem Namen

Nordhäuser Heimatfreunde e. V.
– Heimatbund für den Südharz –

Für die Nordhäuser, die nach 1945 in ihrer zerstörten Heimat verblieben waren oder erst nach dem Kriege hier geboren wurden, vollzog sich seine Entwicklung (– soweit sie überhaupt um seine Existenz wußten –) wie das Wachsen eines Seitentriebes an einem alten Baum - von den einen mit Argwohn, von den anderen mit Hoffnung beobachtet, für beide gleich aber in einer unerreichbar scheinenden Ferne.

Für jene ehemaligen Einwohner von Nordhausen jedoch, welche entweder schon vor oder nach Kriegsende einen großen Teil ihres Lebens, wenn nicht den größten, aus den unterschiedlichsten Gründen, viele unter dem Zwang politischer Widrigkei ten oder gar wegen Gefährdung an Leib und Leben, fern ihrer Heimat verbrachten oder verbringen mußten, wurde dieser Verein zur Ersatzheimat, in der nach 1945 nicht nur die gesellschaftliche Verbindung untereinander und über die trennende Grenze hinweg wiederaufgenommen und gefestigt wurde, sondern wo durch treue Pflege Nordhäuser Wesens und Brauchtums der Geist und die Kultur der tausendjäh rigen Stadt auch in der Fremde bewahrt wurden.

Die Heimatvereinigung bestand nach dem 3. Oktober 1990 noch weitere 15 Monate fort. Sie stiftete den größten Teil ihres Vereinsvermögens sozialen und kulturellen Einrichtungen in ihrer Patenstadt Bad Sachsa und in Nordhausen, u.a. dem Stadt archiv und dem Meyenburg-Museum, bevor sie sich nach Erfüllung ihrer Aufgabe auf mehrheitlichen Beschluß der Mitgliederversammlung am 31. Dezember 1991 selbst auflöste.

In der folgenden tabellarischen Übersicht 1948 - 1991 sind markante Daten und Ereignisse aus der Geschichte der Heimatvereinigung zusammengestellt worden, um ihr Bild der Nachwelt zu erhalten, denn - von welcher Seite her man sie auch betrachtet - diese Lebensdaten eines deutschen Vereins, der nicht nur einer unter vielen war, sind ein Dokument der deutschen Teilung und zugleich ein nicht unbedeutender Teil der Nordhäuser Geschichte.

1948

Eine kleine Zahl Nordhäuser, die durch Kriegsfolgen wie Verlust von Wohnung, Hab und Gut, Verfolgung und Flucht heimatlos geworden sind oder erst spät aus der Kriegsgefangenschaft kommend nicht nach Hause zurückkehren können, treffen sich bei ersten Zusammenkünften in Braunschweig und Wolfenbüttel. Sie verabreden, solche Zusammenkünfte möglichst regelmäßig zu wiederholen und einigen sich auf Braunschweig als ihren „Hauptsitz“.

Martini 1949

Heinz Sting, Carl Friese und Walter Ewald fassen den Entschluß, alsbald noch mehr Landsleute aus Nordhausen und der Grafschaft Hohenstein, die sich aus ähnlichen Gründen in den Westen abgesetzt haben, zusammenzuführen. Das erste Rundschreiben trägt das Datum des 28. November 1949

1950

Erstes größeres Treffen in Königskrug bei Braunlage. Gemeinsame Wanderung zum Achtermann, etwa 60 Teilnehmer, darunter Otto Kruse sen. und Frau, die im Auto mit dem altvertrauten Firmenzeichen Grimm & Triepel aus Witzenhausen/Werra angereist waren.

1951

Zweites Treffen in Königskrug. Gemeinsame Wanderung nach Braunlage, bereits über 100 Teilnehmer.

1952

Drittes Treffen, diesmal jedoch in Hohegeiß — unmittelbar an der Zonengrenze. Während all dieser Jahre finden Martinifeiern und zwanglose Zusammenkünfte von Nordhäusern und Grafschaftern in kleineren Kreisen in Goslar, Northeim, Wolfenbüttel und Bad Sachsa (Ravensberg) statt. Seit 1952 befindet sich die Geschäftsstelle der Nordhäuser Heimatfreunde in Hannover.

Martini 1952

Gelegentlich der Martinifeier in Northeim erfolgt die Gründung der Heimatvereinigung „NORDHÄUSER HEIMATFREUNDE“ nunmehr mit Wirkungsbereich über das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

1953

Erstes Treffen im Kurort Bad Sachsa, der als ständiger Tagungsort der „Nordhäuser Heimatfreunde” ausersehen wird. Der Verein verfugt inzwischen über 700 Familienanschriften von ehemaligen Nordhäusern und Südharzern, die nun meist in der Bundesrepublik Deutschland ansässig sind. Bis zum Jahre 1955 steigert sich diese Zahl auf über 1.000.

1954

Heinz Sting gründet mit einigen gleichgesinnten Heimatfreunden aus Mitteldeutschland die

„Hilfsgemeinschaft Mitteldeutschland e . V. ”

Bildung von sogenannten „Packgemeinschaften“ im ganzen Bundesgebiet. In Hannover steht der Paketversand in die Deutsche Demokratische Republik innerhalb des Packkreises der Nordhäuser Heimatfreunde unter der Leitung von Anne-Marie Vasel. Ihr obliegt die Verteilung der zugeteilten Waren auf die einzelnen Pakete, das Einpacken und der Versand sowie die Abrechnung der Portokosten. Bis 1976 erfolgt der Paketversand dreimal im Jahr, dann bis 1990 zweimal. In den ersten Jahren werden jedesmal etwa 150 Pakete an Bedürftige, meist alleinstehende Rentnerinnen und Rentner in Nordhausen und Umgebung verschickt, zuletzt „nur” noch ca. 75. Nach Anne-Marie Vasels Tod (1979) setzen die Nordhäuser Frauen in Hannover unter dem besonderen Einsatz von Ursel Hartung dieses Werk fort.

3. April 1955

Anläßlich der 10. Wiederkehr des Tages, an dem Nordhausen durch britische Bombenangriffe zerstört wurde, findet in Hannover eine Gedenkfeier in der Marktkirche sowie anschließend eine feierliche Kranzniederlegung in der Trümmerkirche St. Aegidien, nun Gedächtnisstätte, statt, wo Heinz Sting die Gedenkansprache hält.

April 1955

Die Nordhäuser Heimatfreunde bekommen ihre offizielle Zeitung. Die Nummer 1 der „Nordhäuser Nachrichten“ wird von Hannover aus an Nordhäuser und Südharzer in aller Welt verschickt. Herausgeber ist Heinz Sting.

4. September 1955

In der Stadtmitte Bad Sachsas, an der Schulstraße, nahe der ev. Kirche, wird im 10. Jahre der deutschen Teilung der

Nordhausen-Mahnstein

errichtet. Aus diesem Anlaß hält neben Heinz Sting der Bad Sachsaer Bürgermeister Hermann Döbrich eine historische Ansprache. Der wuchtige Findling trägt auf der Vorderseite als Inschrift die Worte Ernst Moritz Arndts:

Das ganze Deutschland soll es sein!

und auf der Rückseite: „Im 10. Jahre der deutschen Teilung errichtet beim Nordhäuser Heimattreffen am 4.9.1955 in Bad Sachsa“

September 1955

Beginn der alljährlichen Treuefeuer nahe der Zonengrenze, zunächst auf dem Burgberg östlich von Walkenried gegenüber Ellrich (damals DDR), danach bei Tettenborn, schließlich regelmäßig auf dem Knickberg oberhalb Bad Sachsas.

1956

Beginn regelmäßiger Gemäldeausstellungen Nordhäuser und Südharzer Malerinnen und Maler. (Vorläufer des späteren Nordhausen-Zimmers).

1959

10. Jahrestreffen der Nordhäuser und Südharzer in Bad Sachsa mit großer Gesamtdeutscher Kundgebung im Kurpark unter maßgeblicher Beteiligung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland.

1961

Der Bau der Berliner Mauer am 13. August betoniert die Spaltung Deutschlands. Das Heimattreffen der Nordhäuser und Südharzer in Bad Sachsa wird von diesem unfaßbaren Ereignis überschattet.

1964

Die Nordhäuser und Südharzer Heimatfreunde begehen in großem Rahmen ihr Heimattreffen in Bad Sachsa.

1965

erscheint das von Heinz Sting herausgegebene Buch (295 S.) „Das 1000-jährige Nordhausen und der schöne Südharz”

1966

Einrichtung des ersten Nordhausen-Zimmers im Hause des Kurgastes in Bad Sachsa und Übergabe an die Öffentlichkeit durch den Bad Sachsaer Bürgermeister Dr. Mittendorf.

1967

Die Nordhäuser Heimatfreunde feiern während der Heimattage in einem großen Festakt die 40. Wiederkehr der Tausendjahrfeier mit einer Ansprache von Richard Brick. Die Festrede hält - als ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen und zugleich als 1. Vorsitzender des Heimatbundes - Heinz Sting.

1970

15 Jahre nach seiner Errichtung in Bad Sachsas Stadtmitte bei der ev. Kirche muß der Nordhausen-Mahnstein dem im Kurort ständig wachsenden Verkehr weichen. Er wird in den Kurpark - auf einen schönen Platz neben dem Konzertpavillon — versetzt.

am 15. Dezember 1970

verstirbt der verdiente Nordhäuser Heimatfreund, Ehrenmitglied des Heimatbundes, Fabrikant Otto Kruse sen. im Alter von 82 Jahren in Unterrieden.

10. September 1972

Die Stadt Bad Sachsa übernimmt die Ehrenpatenschaft für die Nordhäuser Heimatfreunde. Das Original der Patenschaftsurkunde, unterzeichnet von Bürgermeister Kuhfittig und Stadtdirektor Krüger, wurde der Stadt Bad Sachsa bei Auflösung des Nordhausen-Zimmers im Dezember 1991 zurückgegeben und wird seither dort zum Zeichen der bleibenden engen Verbindung zwischen Bad Sachsa und Nordhausen verwahrt.

1972

Das Nordhausen-Zimmer erhält weitere wertvolle Originalgemälde von privaten Stiftern.

September 1973

25 Jahre Heimatvereinigung der Nordhäuser und Südharzer - ein bundesweit beachtetes Jubiläumstreffen in Bad Sachsa, das umso größere Aufmerksamkeit findet, als es sich nicht um eine Landsmannschaft handelt, sondern um die Vereinigung der im Westen ansässigen Bürger einer Stadt und ihres Kreises.

2. März 1975

Museumsdirektor i.R. Dr. Friedrich Stolberg, bekannter Höhlenforscher, Mitglied des Ehrenbeirates der Nordhäuser Heimatfreunde, verstirbt im Alter von 82 Jahren in Goslar.

Juni 1975

Nordhäuser Heimatfreunde treten zum ersten Mal voller gespannter Erwartung gemeinsam mit der Hilfsgemeinschaft Mitteldeutschland e.V. unter der Leitung von Heinz Sting eine Reise nach Berlin an.
Die ersten drei Berlin-Besuche erfolgen mit dem Flugzeug, da eine Anreise auf dem Landwege für viele Besucher zu gefährlich bzw. unmöglich gewesen wäre, da sie — wie wir heute wissen - zu Recht befürchten mußten, vom MfS auf dem Transitwege durch die DDR abgefangen zu werden.
Die Berlin-Fahrten werden in den folgenden Jahren — organisiert von Gerhard Donnerberg - noch mehrfach durchgeführt und sind für die Teilnehmer immer wieder ein unvergeßliches Erlebnis.

Am 6. März 1976

wird Heinz Sting, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen, Gründer und 1. Vorsitzender der Nordhäuser Heimatfreunde, durch einen plötzlichen Tod aus seinem Leben, seinem rastlosen Streben, aus unermüdlichem Einsatz für die Einheit seines deutschen Vaterlandes herausgerissen. Kurz vor Vollendung seines 72. Lebensjahres erliegt er in Hannover einem Herzversagen.

April 1976

Bei der Gedenkstunde am Nordhausen-Mahnstein spricht Dr. Helmut Sting, der Bruder des Verstorbenen, die Abschiedsworte. Mit dem Tode von Heinz Sting geht eine Ära - nicht nur des Heimatbundes — zu Ende, die vornehmlich von seiner starken Persönlichkeit, seinem kämpferischen Mut und seinem selbstlos zupackenden Wirken für das Gemeinwohl geprägt war.

April 1976

Maria Sting, die Witwe von Heinz Sting, übernimmt an Stelle ihres verstorbenen Mannes sofort die Schriftleitung und Redaktion der „Nordhäuser Nachrichten“

September 1976

Dr. Hans Günter Hartmann wird von der Mitgliederversammlung zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und tritt damit die Nachfolge Heinz Stings an. Ihm zur Seite stehen die bereits amtierenden Peter-Otto Kruse als 1. stellv. Vorsitzender und Gerhard Donnerberg als 2. stellv. Vorsitzender.

Januar 1977

Das Ehepaar Gustav und Hilde Kaestner übernehmen auf Vorschlag Walther Reinboths sen. die Betreuung des Nordhausen-Zimmers in Bad Sachsa.

3. April 1977

Enthüllung einer Bronze-Gedenktafel für Heinz Sting, die am Nordhausen-Mahnstein in Bad Sachsa angebracht worden ist. Gedenkansprachen von Dr. H. G. Hartmann, P.-O. Kruse und dem stellv. Bürgermeister von Bad Sachsa, K. 0. Wienikke. Die Inschrift der Ehrentafel lautet:

EINZ STING
1904-1976 ehem. Oberbürgermeister
der Stadt Nordhausen/Harz
Dem Gründer und Vorsitzenden der Nordhäuser Heimatfreunde e.V.
Heimatbund für den Südharz
in ehrendem und dankbaren Gedenken

Am 5. März 1977 verstirbt Walter Ewald, Mitbegründer der Heimatvereinigung, nach langer, schwerer Krankheit im 79. Lebensjahre in Braunschweig.

September 1977

„1050 Jahre Nordhausen” Glanzvolles Jubiläumstreffen der Nordhäuser in Bad Sachsa mit außerordentlich großer Beteiligung. Das Nordhausen-Lied wird auf diesem großem Heimattreffen zum ersten Mal gesungen. Den Text des Nordhausen-Lied schrieb Walther Reinboth sen., die Melodie Walter Schlette. Walter Schlette erlebte die Uraufführung seines Liedes nicht mehr, er war am 17. Juli 1977 im Alter von 73 Jahren in Bielefeld verstorben.

Das erste einer Reihe vieler späterer historischer Festspiele wird von Mitgliedern des Heimatbundes, unterstützt von Schülerinnen und Schülern des Pädagogiums Bad Sachsa, auf der Bühne des Kurhauses dargeboten. Diese sehr beliebten Theateraufführungen in selbstgeschneiderten farbenprächtigen Kostümen und in meisterlichen Kulissen prägen die Amtszeit Dr. Hans Günter Hartmanns als 1. Vorsitzender.

Am 9. November 1977

verstirbt die bekannte Nordhäuser Mundartdichterin Frieda (Friedel) Schwanz, geb. Henze im 81. Lebensjahr in Maintal 2.

September 1978

anläßlich des großen Heimattreffens in Bad Sachsa ein weiteres historisches Festbild in herrlichen Kostümen, welches wieder viel Beifall findet.

Am 30. November 1978

verstirbt Dr. Helmut Sting, verdienter Heimatfreund, Bruder des Gründers der Heimatvereinigung Heinz Sting, im Alter von 73 Jahren in Paderborn.

Am 16. März 1979

verstirbt Dr. phil. Otto Ritzau, verdienter Heimatfreund, im 90. Lebensjahr in Bad Wildungen. Er war Ehrenmitglied der NHF.

Am 8. April 1979

verstirbt während des Kleinen Treffens in Bad Sachsa Anne-Marie Vasel, geb. Moritz, hochverdiente Heimatfreundin, im 73. Lebensjahr.

Am 6. Mai 1979

verstirbt der verdiente Nordhäuser Heimatfreund Fabrikant Ewald Hanewacker im Alter von 89 Jahren in Bad Honnef.

September 1980

Das Nordhausen-Zimmer in Bad Sachsa, unter der Ägide des Ehepaares Kaestner, kann gelegentlich des Heimattreffens wertvolle Neuerwerbungen und Zugänge durch Schenkungen vermelden. (Literatur, Dokumente, alte Nordhäuser Adreßbücher u.s.w.) (Bei Auflösung des Heimatbundes im Dezember 1991 wurden diese dem Stadtarchiv Nordhausen übereignet.)

September 1980

Auf dem Heimattreffen in Bad Sachsa wird ein neues Festspiel aufgeführt: „Sommerfest im Gehege 1830” (150 Jahre Gehegekonzerte).

Dezember 1980

Die Nummer 100 — eine Jubiläumsausgabe der „Nordhäuser Nachrichten“ geht hinaus an Nordhäuser und Südharzer in aller Welt.

1981

Das alte „Haus des Gastes” in Bad Sachsa wird im Zuge der Um- und Neubauplanung der Kurverwaltung abgerissen. Damit verliert auch das Nordhausen-Zimmer seine Heimstatt.

April 1982

Anläßlich des kleinen Treffens kann das Ehepaar Kaestner den Heimatfreunden das von der Stadt Bad Sachsa ersatzweise zur Verfügung gestellte und von Kaestners liebevoll neu eingerichtete neue Nordhausen-Zimmer im Gebäude der alten Kurverwaltung an der Hindenburgstraße vorstellen.

Es bleibt auf die Dauer ein enger, sehr bescheidener Ersatz für den verlorenen Raum.

am 2. Juni 1982

verstirbt der verdiente Nordhäuser Heimatfreund Dr. rer. pol. Hermann Neumeyer zwei Tage vor seinem 85. Geburtstag in Wiesbaden.

1982

Aufruf zu einer großen Spendenaktion „Rettet die St. Blasii-Kirche”

September 1982

Auf dem Heimattreffen wiederum ein Bühnenfestspiel „Liebesgeschichte im Biedermeier” - der 1. Vorsitzende Dr. H.G. Hartmann fungiert als Autor, Gestalter, Regisseur und Schauspieler in einer Person.

September 1983

Das große Heimattreffen erlebt einen vielbeachteten Vortrag von Dr. H.G. Hartmann: „Martin Luther aus Nordhäuser Sicht“ sowie wieder ein kurzes, romantisches Bühnenspiel.

Februar 1984

Eine der markantesten Persönlichkeiten der Nordhäuser Heimatfreunde, Walther Reinboth sen., Walkenried, wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet.

Juli 1984

Eine weitere erlebnisreiche Fahrt fuhrt Mitglieder der Heimatvereinigung erneut nach Berlin. Die Organisation und Reiseleitung liegt in den Händen von Gerhard Donnerberg.

Am 22. Dezember 1984

verstirbt Walter Langelotz, einer der Männer der ersten Stunde des Heimatbundes, Ehrenmitglied der Nordhäuser Heimatfreunde, verdientes Mitglied der Schützenkompanie von 1420 Nordhausen, im Alter von 83 Jahren in Bad Sachsa.

Am 10. Februar 1985

verstirbt Hildegard Moritz, (Hilde, Schwester von Anne-Marie Vasel), verdientes Mitglied und stets aktive Helferin in der Geschäftsstelle des Heimatbundes, kurz vor Vollendung ihres 77. Lebensjahres in Hannover.

Am 24. Februar 1985

verstirbt Hermann Manskopf, Nordhäuser Kunstmaler und verdienter Heimatfreund, Ehemann der bekannten Organistin, Pianistin und Musikpädagogin Elisabeth Manskopf-Verges, im Alter von 72 Jahren in Siegen.

Am 31. März 1985

Gedenktreffen anläßlich des 40. Jahrestages der Zerstörung Nordhausens durch britische Bomberverbände. Dr. H. G. Hartmann hält eine bemerkenswerte Ansprache am Nordhausen-Mahnstein in Bad Sachsa.

Am 30. August 1985

verstirbt plötzlich während des Heimattreffens Richard Brick, verdienter Heimatfreund und eines der ältesten Mitglieder der Heimatvereinigung, im Alter von 70 Jahren in Bad Sachsa.

September 1985

30 Jahre Nordhausen-Mahnstein. Das Große Heimattreffen erlebt wieder ein prächtiges historisches Festspiel von, unter und mit Dr. Hartmann: „Kaiserhochzeit in Nordhausen im Jahre 1212“

Am 26. September 1985

verstirbt Carl Friese, der letzte der Gründerväter der Nordhäuser Heimatfreunde und ihr Ehrenmitglied, im Alter von 83 Jahren in Wolfenbüttel.

Am 3. Januar 1986

verstirbt Fritz Kneiff, Urenkel des Gründers der alteingesessenen Kautabakfabrik Kneiff in Nordhausen, wie Fritz Werther und Dr. Friedrich Stolberg begeisterter Höhlenforscher, im Alter von 84 Jahren in Buttenwiesen.

September 1987

Zum 35. Mal treffen sich Nordhäuser und Südharzer beim großen Heimattreffen in Bad Sachsa. Eine Schenkung der Patenstadt Bad Sachsa, eine großflächige Bühnenrückwand für die Bühne des Kurhauses wird eingeweiht Es handelt sich um den bekannten Merianstich von Nordhausen, von Walther Reinboth in einigen Punkten empfindend belebt und von dem Nordhäuser Maler OStR. Georg Hase aus Walburg bei Kassel auf die Leinwand gebannt - für die Nordhäuser fern ihrer Vaterstadt mehr als nur eine Kulisse! Interessanter Goethe-Vortrag Dr. Hartmanns mit anschließendem Bühnenfestspiel: „Historische Begegnung zwischen Goethe und Napoleon in Erfurt 1808“.

September 1987

Zwei bedeutende Heimatfreunde und Funktionsträger des Heimatbundes treten in den verdienten Ruhestand: Hermann Weise als Schatzmeister und Hans Wirbel als Beisitzer.

Herbst 1987

Die im Jahre 1982 begründete Spendenaktion „Rettet die St. Blasii-Kirche” hat bis zum Herbst 1987 den Betrag von DM 26.670.- eingebracht, welcher der Kirche St. Blasii in Nordhausen zur Verfügung gestellt wird. In diesem Zusammenhang ist die über mehrere Jahre laufende vermittelnde Aktivität des Pfarrers Ulrich Contag, Enkel des ehemaligen Nordhäuser Oberbürgermeisters (1899-1924) Carl Contag, hervorzuheben.

Am 28. Februar 1988

verstirbt Friedrich Werther (Fritz), verdienter Heimatfreund und Höhlenforscher, Freund Dr. Friedrich Stolbergs, im Alter von 84 Jahren in Xanten.

März 1988

Nicht die erste, wohl aber die anklagendste Ansprache Horst Köhlers bei der Gedenkfeier am Nordhausen-Mahnstein in Bad Sachsa. („Laßt uns endlich lernen, über Grenzen hinweg zu denken! Das Denken ist der schwerere Teil des Überwindens!”)

Am 7. Mai 1988

verstirbt Hermann Bleiß, hochverdienter langjähriger Leiter des Organisations- und Tagungsbüros der Nordhäuser Heimattage, im Alter von 79 Jahren in Osnabrück.

September 1988

Nach dem traditionellen Heimattreffen stellen die Nordhäuser Heimatfreunde unter Leitung und tätiger Mitwirkung von Dr. H. G. Hartmann anläßlich der 750-Jahrfeier der Patenstadt Bad Sachsa, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem Kreise des Heimatbundes, einen vierspännigen „Kaiserlichen Reisewagen“ zusammen, der in dem großen Festzug mit durch Bad Sachsa fährt und viel Beifall bei Zuschauern und Festgästen findet.

Am 12. März 1989

Dr. Hans-Günter Hartmann teilt dem geschäftsführenden Vorstand der Nordhäuser Heimatfreunde seinen sofortigen Rücktrittt mit, der vom Vorstand angenommen wird. Bis zu Neuwahlen wird das Amt des 1. Vorsitzenden kommissarisch vom 1. stellv. Vorsitzenden Peter-Otto Kruse verwaltet.

Am 14. Juni 1989

begeht die alte Nordhäuser Firma Grimm & Triepel, ehemals Deutschlands und Europas größte Kautabakfarbik, in Unterrieden/Werra das Jubiläum ihres 140-jährigen Bestehens.

September 1989

40 Jahre Nordhäuser-Treffen. Die Veranstaltung erlebt einen unerwartet starken Besucherandrang vor allem aus der Stadt Nordhausen und Umgebung. Wie schon in den vergangenen Jahren, werden auch diesmal Besuchergelder an die willkommenen Gäste aus der alten Heimat ausgezahlt. Angesichts des Ansturms kann die Tagungskasse den großen Bedarf aber erst nach „Notbeschaffungsmaßnahmen“ (auch aus privater Soforthilfe) befriedigen. Dieses Treffen 1989 wird zu einem großen „Fest der Harmonie”.

1. September 1989

Eine fast visionäre Treuefeier auf dem Knickberg bei Bad Sachsa am 50. Jahrestag des Kriegsbeginns. Die Treueansprache hält Horst Köhler. Niemand ahnt in dieser feierlichen Stunde, die von einer nur unbewußt wahrgenommenen Eigenart geprägt ist, daß dies die letzte Treuefeier auf dem Knickberg sein wird.

1. September 1989

Die Mitgliederversammlung wählt mit großer Mehrheit Horst Köhler zum neuen 1. Vorsitzenden der Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz. Er wird damit nach Heinz Sting und Dr. Hans-Günter Hartmann der dritte Träger dieses Amtes - und der letzte.

Am 15. Oktober 1989

verstirbt Karl Werther, Goslar, verdienter Heimatfreund und ebenfalls ein engagierter Höhlenforscher, im Alter von 85 Jahren in Berlin.

Am 9. November 1989

erfüllt sich, was von allen Mitgliedern der Heimatvereinigung 40 Jahre lang als Traum, Hoffnung und Ziel gegenüber vielen Zweiflern - und von diesen oft belächelt — gläubig vertreten und verteidigt worden ist:

Die Grenze öffnet sich! Ab 12. November 1989 kann wieder frei in Deutschland gereist werden - auch von und nach Nordhausen!

Am 19. Januar 1990

verstirbt Elisabeth Manskopf-Verges, bekannte Organistin, Pianistin und Musikpädagogin, Witwe des Nordhäuser Kunstmalers Hermann Manskopf und verdiente Heimatfreundin im Alter von 81 Jahren in Siegen.

Am 17. März 1990

verstirbt Walter Döring, Beisitzer, treuer und verdienter Heimatfreund, im Alter von 81 Jahren in Bad Sachsa.

April 1990

Heimatfreund Richard Wember übernimmt von Ehepaar Kaestner die Betreuung des Nordhausen-Zimmers in Bad Sachsa. Das Ehepaar Kaestner tritt in den verdienten Ruhestand. Auf einer eindrucksvollen Gedenkveranstaltung am Nordhausen-Mahnstein in Bad Sachsa sprechen der neue Bürgermeister der Stadt Nordhausen, Dr. Manfred Schröter, der Pfarrer der St. Blasii-Gemeinde Nordhausen, Günter Donath und Bürgermeister Hermann Seifert, Bad Sachsa („Bad Sachsa entläßt nun die Nordhäuser Heimatfreunde aus der Patenschaft in ihre Heimat!“) Die Gedenkansprache des 1. Vorsitzenden Horst Köhler gipfelt in dem historischen Ausruf, der von den Kundgebungsteilnehmern mit großer innerer Bewegung aufgenommen wird: „Drüben gibt es nicht mehr!”

Am 23. Mai 1990

verstirbt ein weithin bekannter und beliebter Nordhäuser, der Oberstudiendirektor i. R. Dr. William Erler, im Alter von 105 Jahre in Castrop-Rauxel.

September 1990

Auf dem traditionellen großen Heimattreffen in Bad Sachsa hält der neue Bürgermeister der Stadt Nordhausen, Dr. Manfred Schröter, die vielbeachtete und mit größtem Beifall bedachte Festansprache beim Heimatabend und erhält vom 1. Vorsitzenden anschließend symbolisch das Mitgliedsabzeichen der „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“.

Am gleichen Abend im Kurhaus tritt die Roland-Gruppe aus Nordhausen auf und wird begeistert gefeiert.

Die sonntägliche Gedenkansprache am Nordhausen-Mahnstein hält Pfarrer Günter Donath von der St. Blasii-Kirche Nordhausen.

Damit sind wesentliche Teile des Programms dieser Heimattage 1990 erstmalig von Menschen gestaltet worden, die unmittelbar aus der Stadt Nordhausen nach Bad Sachsa gekommen sind. Ein Jahr früher noch wäre dies unvorstellbar gewesen.

9. September 1990

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte führt eine vom Heimatbund offiziell organisierte Busfahrt (Organisation Herwart Höfer und Richard Wember) eine größere Zahl Nordhäuser Heimatfreunde ungehindert in ihre vor Jahrzehnten verlassene Vaterstadt Nordhausen. Vor der Stele, der Gedenksäule für die Opfer der Luftangriffe vom 3. und 4. April 1945, neben dem Rathaus, wird ein großes Blumengebinde niedergelegt. Horst Köhler spricht kurze Gedenkworte. Die „Nordhäuser Nachrichten“ werden nun schon seit Monaten ohne Gefahr für die Empfänger in die DDR versandt.

Am 21. September 1990

verstirbt Else Schwerdt, geb. Fleischhauer, verdiente Heimatfreundin aus Bleicherode, im Alter von 81 in Witzenhausen.

Herbst 1990

Die „Nordhäuser Nachrichten“ melden die ersten Straßenumbenennungen in Nordhausen, gültig ab 1. September 1990.

30. September 1990

Aus Anlaß der 500-Jahr-Feier der St. Blasii-Kirche überbringt der 1. stellv. Vorsitzende der Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Peter-Otto Kruse, begleitet von Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern der Heimatvereinigung die Grüße und Segenswünsche des Vereins und seiner Freunde.

3. Oktober 1990

Die staatliche Einheit Deutschlands wird wiederhergestellt. Farbschmierereien am Nordhausen-Mahnstein in Bad Sachsa von der Hand politischer Wirrköpfe können, dank sofortiger spontaner Spenden vieler Mitglieder des Heimatbundes, alsbald beseitigt werden.

Am 15. Dezember 1990

verstirbt Walther Reinboth sen., Maler, Poet, Erzähler, Heimatforscher, Historiker, Höhlenforscher und hochverdienter Heimatfreund, Ehrenmitglied der Nordhäuser Heimatfreunde e.V., im Alter von 92 Jahren in Walkenried.

Am 26. Februar 1991

verstirbt Elfriede Dolinski, verdiente Heimatfreundin und geistvolle Rednerin auf mancher Gedenkveranstaltung des Heimatbundes, im Alter von 86 Jahren in Bad Sachsa.

April 1991

Das „Kleine Treffen“ in Bad Sachsa - wie in jedem der zurückliegenden Jahre. Am Nordhausen-Mahnstein spricht Peter-Otto Kruse. Es wird das letzte Kleine Treffen in der gewohnten Form sein.

September 1991

Auf dem 42. großen Heimattreffen in Bad Sachsa beschließt die Mitgliederversammlung im Beisein von Bürgermeister Dr. Manfred Schröter, dem Leiter des Stadtarchivs Dr. Peter Kuhlbrodt und der Leiterin des Meyenburg-Museums Frau Claudia Ehser sowie dem Bürgermeister der Patenstadt Bad Sachsa Hermann Seifert die Auflösung des Nordhausen-Zimmers und die Überführung seiner Sammlungen nach Nordhausen ins Stadtarchiv und ins Meyenburg-Museum, ferner beträchtliche finanzielle Zuwendungen an die beiden Institutionen, sowie an öffentliche kulturelle und soziale Einrichtungen in Nordhausen und Bad Sachsa aus dem Vereinsvermögen.

Am Ende der Mitgliederversammlung steht der Beschluß, die „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“ in Anbetracht der Entwicklung seit dem 9. November 1989 und in dem Bewußtsein, die durch die Vereinssatzung gestellten Aufgaben nunmehr erfüllt zu haben, zum 31. Dezember 1991 aufzulösen.

Auf dem großen Heimatabend am 7. September erbringt eine von Frau Maria Sting angeregte Tischsammlung zu Gunsten des Orgelbaus in der St. Blasii-Kirche zu Nordhausen eine ansehnliche Summe, die im Anschluß an das Heimattreffen durch weitere Spendenüberweisungen noch beträchtlich aufgestockt wird.

Die im großen Kurhaussaal von Bad Sachsa versammelten Mitglieder und Gäste sowie die geladenen Ehrengäste erleben eine bewegende Abschiedsrede des 1. Vorsitzenden Horst Köhler.

Am 9. September 1991

endet nach einer Busfahrt und Kurzwanderung der 42-jährige gemeinsame Weg der Nordhäuser und Südharzer, die im Westen des geteilten Deutschland gelebt haben und sich zu der Vereinigung „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“ zusammengeschlossen hatten, auf dem „deutschesten aller Berge“, dem Kyffhäuser.

Am 21. Oktober 1991

verstirbt „der Trompeter“ — manches früheren Treuefeuers auf dem Knickberg, Hans-Heinrich Oldsen, im 83- Lebensjahr in Riddorf.

31. Oktober 1991

Während des Reformationsgottesdienstes in der St. Blasii-Kirche zu Nordhausen wird die neue Schuster-Orgel geweiht. Die Predigt hält Propst Joachim Jaeger.

An der Spitze einer kleinen Abordung der Heimatvereinigung überbringt der 1. Vorsitzende Horst Köhler die Grüße und Segenswünsche der „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“ und kann dem Kantor und Organisten, zugleich Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Wolfgang Kupke einen Scheck über DM 2.000.— überreichen. Diese Spende kann wenig später durch eine Nachüberweisung aus privater Hand auf insgesamt DM 2.500.- erhöht werden.

Dezember 1991

Räumung des Nordhausen-Zimmers und Überführung der Sammlungen vom 7. September 1991 werden den Begünstigten durch Richard Wember in Bad Sachsa und durch Herwart Höfer in Nordhausen übergeben.

Die letzte Ausgabe - Nr. 144 — Der „Nordhäuser Nachrichten“ verläßt die Druckerei in Hannover und wird noch ein allerletztes Mal hinausgesandt an die Nordhäuser und Südharzer Heimatfreunde in aller Welt.

Der Herausgeberin und Schriftleiterin Maria Sting, Hannover, gilt die hohe Anerkennung ihrer stets dankbaren Leserschaft.

Der zum Liquidator gewählte Peter-Otto Kruse beantragt beim Amtsgericht Hannover die Auflösung der „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“ zum 31. Dezember 1991. Die entsprechende Eintragung im Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover erfolgt am 5. Februar 1992.

So lange die Heimatvereinigung bestand, haben parallell zum Vereinsleben regelmäßig stattfindende „Nordhäuser Stammtische” und ähnliche Gruppen in verschiedenen Städten der Bundesrepublik, namentlich in Hannover, Bad Sachsa und München, das Zusammengehörigkeitsgefühl vertieft und tun dies noch heute.

Die „Vereinigung der Nordhäuser im Rhein-Main-Gebiet”, von welcher etliche Mitglieder zugleich aktive Mitglieder der „Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz” waren, zeichnete sich - eigenständig und unabhängig von der in Hannover registrierten Heimatvereinigung - durch besonders rege gesellschaftliche Aktivitäten aus.

Keinesfalls unerwähnt bleiben dürfen schließlich die Stolberger mit ihrem (1991 nach Stolberg heimgekehrten) wunderschönen Heimathäuschen in Steina und ihren daselbst ebenfalls alljährlich stattfindenden Stolberger Treffen und den Gedenkfeiern am Stolberger Stein, die Schützenkompanie von 1420 und die Mitglieder des Gymnasial-Gesangvereins (GGV), welche sich alle, jeweils mit eigenen Akzenten, um die Traditionspflege der Nordhäuser und Südharzer verdient gemacht haben.


Nachwort

Die „Rahmendaten zur Geschichte der Nordhäuser Heimatfreunde e.V. Heimatbund für den Südharz“ erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, weder in Bezug auf Begebenheiten, noch mit dem Blick auf Menschen. Als ich beim Zusammentragen der Daten die Jahre noch einmal still für mich allein durchwanderte, habe ich bei so manchem Ereignis, insbesondere aber bei vielen vertrauten Namen in dankbarer persönlicher Erinnerung verweilt — und sie dann doch nicht in die ja nur sehr knappe tabellarische Übersicht aufgenommen. Nicht etwa, weil sie mir der Erwähnung nicht wert erschienen wären — welcher mit dem Herzen schreibende Chronist möchte wohl so urteilen oder entscheiden?
Aber — die von mir im Geist vorweggenommene Frage, die vielleicht schon in wenigen Jahren nach uns von Nordhäusern der Nachkriegsgenerationen gestellt werden würde, nämlich: „Wer war das denn?” wäre mir eine schmerzliche Vorstellung. Zudem gebot der Zwang zur Kürze äußerste Beschränkung auf das Wesentliche oder auf das, was ich dafür hielt.

Stellvertretend für viele solcher Namen, die hier keine Berücksichtigung gefunden haben, mag der Name einer hervorragenden Frau stehen, welche auf ihre Weise in die Geschichte der Nordhäuser Heimatvereinigung eng verwoben ist:

Ilse Behrens, 1. Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Gemeinschaft der Halberstädter.

Ihr und dem von ihr mit ganzer Hingabe geführten Verein gilt mein Dank für eine jahrzehntelange Freundschaft.

Ob eine spätere, ausführlichere Bearbeitung der Geschichte der Nordhäuser Heimatfreunde sinnvoll sein würde, mag das Maß des Interesses erweisen, welches den hier vorgelegten „Rahmendaten’entgegengebracht wird. Seit dem Höchststand um die Mitte der Fünfziger Jahre bis zur Auflösung der Heimarvereinigung im Dezember 1991 hat sich ihre Mitgliederzahl immerhin mehr als halbiert. Die verbliebene Hälfte setzt sich zum weithaus überwiegenden Teil aus Menschen der Altersgruppe zwischen 75 und 90 Jahren zusammen. Der Zeitpunkt ist abzusehen, an dem es keine Zeitzeugen mehr geben wird.

Diese abschließende, ebenso bedauerlich wie nüchterne Überlegung mag die Eile rechtfertigen, in der erst einmal die vorliegende Übersicht erstellt worden ist.

Bremen, im Februar 1992

Horst Köhler