Nordhausen-Mahnstein

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Nordhausen-Mahnstein (2015)

Der Nordhausen-Mahnstein befindet sich im Park des Kunsthaus Meyenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel

Der Gedenkstein wurde am 4. September 1955 nahe der evangelischen Kirche in Bad Sachsa von dem Verein Nordhäuser Heimatfreunde aufgestellt. An dem Tag sprachen der Erste Vorsitzende des Vereins, Heinz Sting, und der Bürgermeister von Bad Sachsa, Hermann Döbrich. Der Stein trägt auf der Vorderseite als Inschrift die Worte Ernst Moritz Arndts „Das ganze Deutschland soll es sein!“

Nach dem Tod von Heinz Sting wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel an dem Mahnstein angebracht. Am 23./24. September 1977 wurde diese vermutlich aufgrund Stings NS-Vergangenheit von Unbekannten entwendet. Im Frühjahr 1992 ließ Bürgermeister Hermann Seifert den Nordhausen-Mahnstein aus dem Kurpark entfernen und im Bauhof des Kurbetriebes verwahren.

Zum Jahrestag der Luftangriffe auf Nordhausen am 4. April 1993 kam der Nordhausen-Mahnstein in den Park des Meyenburg-Museums und damit in die Obhut der Stadt Nordhausen. Dabei fanden sich zahlreiche Besucher ein, vor allem Mitglieder der inzwischen aufgelösten Vereinigung der Nordhäuser Heimatfreunde. Der bisherige Erste Vorsitzende Horst Köhler, der stellvertretende Vorsitzende Peter-Otto Kruse und Oberbürgermeister Manfred Schröter würdigten die Aufstellung des Steins in kurzen Ansprachen.

Zitate[Bearbeiten]

  • „Der Kern des Vermächtnisses ist jedenfalls verwirklicht worden: Der Nordhausen-Mahnstein hat seine Heimstatt endlich in Nordhausen gefunden, und das erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit, besonders gegenüber den mutigen Nordhäuser Bürgerinnen und Bürgern, die vor dreieinhalb Jahren hier in der Stadt den Boden bereitet haben, auf dem dieser Stein nun ausruhen kann und in dem die so zarte, überaus zerbrechliche Pflanze der Freiheit wachsen und gedeihen kann, wenn man sie Tag für Tag sorgsam pflegt und achtet! … Als letzter Vorsitzender der 1949 gegründeten Heimatvereinigung der Nordhäuser und Südharzer widme ich den Nordhausen-Mahnstein den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung, den Kommenden als Vermächtnis.“ – Horst Köhler[1]
  • „Es gibt nicht mehr viele von uns, den ehemaligen Nordhäusern und Südharzern in der alten Bundesrepublik, die den Mahnstein von 1955 in Bad Sachsa bis heute im April 1993 hier in Nordhausen begleiten konnten. Ich gehöre zu den Glücklichen und bin dankbar, daß ich die Errichtung des Steins… miterleben konnte und daß es mir vergönnt ist, an der Aufstellung des Mahnsteins an seinem letzten, endgültigen Standort teilzunehmen… Froh und dankbar bin ich, daß ich nunmehr die Akte Nordhausen-Mahnstein beruhigt schließen kann, nachdem ich den Stein in der verantwortungsvollen Obhut unserer Heimatstadt Nordhausen weiß.“ – Peter-Otto Kruse[1]
  • „Der Nordhausen-Mahnstein der Nordhäuser Heimatfreunde steht nun hier zur Erinnerung an ein gelebtes Kapitel Nordhäuser Stadtgeschichte, das sich andernorts zutrug. Ich danke herzlich allen Heimatfreunden, die heute persönlich zum Teil von weither gekommen sind, um an dieser Feierstunde teilzunehmen, besonders dem Vorstand des ehemaligen Heimatbundes, für ihre fortdauernde Verbundenheit mit der Heimatstadt. Ich grüße all jene, die jetzt in Gedanken bei uns sind, aus Alters- und Gesundheitsgründen selbst nicht mehr reisen können. Ich gedenke auch derer, die aus der Ferne viele Jahre der Heimat eng verbunden waren und denen es nicht mehr vergönnt war, die glückliche Überwindung der deutschen Teilung zu erleben. Uns hier allen gemeinsam wünsche ich von Herzen, daß wir zusammen und bald erleben, wie sich unsere Heimatstadt Nordhausen in Fortführung alter Traditionen zu neuer Schönheit und Kraft entwickelt in der Mitte unseres geeinten, blühenden, friedlichen und demokratischen Deutschlands.“ – Manfred Schröter[1]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Der Nordhausen-Mahnstein am Ziel seiner Bestimmung. In: Nordhäuser Heimatfreunde. Südharzer Heimatblätter (2/1993)'', S. 7.