Musik in Nordhausen

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Die Geschichte der Musik in Nordhausen beginnt im 14. Jahrhudnert.

Geschichte[Bearbeiten]

In der ältesten Gesetzessammlung Nordhausens - um 1300 - werden Spielleute erwähnt. Die Spielleute standen im Dienste der Stadt und wurden von ihr besoldet. Der Spielmann war zugleich Feuer- und Turmwächter und wohnte auf dem Turm der Marktkirche und „musste alle Viertelstunde bei Tag und Nacht mit dem Hörnchen ein Zeichen geben! … Bei Feuerbrunst soll er mit der Sturmglocke läuten.“

Er konnte sich 3 Gesellen und 2 Lehrlinge halten, mit denen er die Musikanten-Kompanie oder Stadtkapelle bildete. Einer davon hatte immer den Türmerdienst mit Feuerwache zu versehen. Die übrigen hatten des Morgens, des Mittags um 12 Uhr und des Abends ein geistlich Lied mit Posaunen, Trompeten und Zinken (Holzblasinstrument) zu blasen. Ferner hatten sie alle öffentliche Musik in Kirchen und festlichen Gelegenheiten zu machen. Dabei standen sie unter der Leitung des Kantors vom Gymnasium.

Ferner konnten sie auf Hochzeiten und Familienfesten aufspielen, woraus ihnen eine gute Nebeneinnahme erwuchs. Der letzte Stadtmusikus dieser Art war Sennewald (gest. 1813).

Als den Begründer der eigentlichen Stadtkapelle, der Gehegekapelle, war der aus einer Sondershäuser Musikerfamilie stammende Heinrich-Wilhelm Herrmann (1813-1836). Herrmann war auch der Begründer der Gehegekonzerte unter der Initiative des damaligen Bürgermeisters Hofrat Carl Wilhelm Ferdinand Seiffart. In dieser Zeit kam noch eine Anzahl bedeutender sog. Stadtmusikdirektoren (Kantore und Musiklehre) in jenen Jahren wie Schröter (der das Pianoforte wesentlich verbesserte), Willing, Mühling und Sörgel, die das Musikleben in Nordhausen durch ihre regelmäßigen öffentlichen Konzerte, Aufführungen von Symphonien und Oratorien der großen Meister Beethoven, Mozart, Haydn, außerordentlich bereicherten.

1816 wurde die Singakademie durch Mühling gegründet, 1829 entstand die Liedertafel als erster Männergesangverein in Nordhausen unter Sörgel. Hofrat Bürgermeister Seiffart setzte sich dafür ein, dass 1829 das große Musikfest des Elbmusikvereins in Nordhausen stattfand. Es handelte sich um das alljährliche Treffen aller musikalischen Kräfte und Vereine aus dem Mitteldeutschen Raume, die jeweils zu Pfingsten in einer anderen Stadt zusammenkamen. Es waren dazu allein über 400 Künstler aus Berlin, Magdeburg, Braunschweig, Kassel, Halberstadt, Leipzig, Dessau, Hannover u. a. in Nordhausen erschienen, unter ihnen berühmte Virtuosen und Solisten.

Am 11. und 12. Juni 1829 stand die ganze Stadt unter dem Eindruck dieser Veranstaltung, zu der Tausende von Musikfreunden von nah und fern gekommen waren und mehrere Tage eine fröhliche und musikbegeisterte Gesellschaft die Strassen der Stadt durchflutete. Über die Gastfreundschaft der Nordhäuser und ihre Liebe zur Musik wurde in vielen Berichten und Biographien Erwähnung getan. So schreibt Spohr, einer der leitenden Initiatoren in seinen Erinnerungen: "Es wird gewiss selten ein Musikfest so freudige Erinnerungen an die zugleich verlebten geselligen Freuden zurücklassen als es gerade hier in Nordhausen der Fall war. Alles war aufgeboten, was den Aufenthalt daselbst nur angenehm machen konnte. - Auch erinnere ich mich noch mit Vergnügen des vom schönsten Wetter begünstigten Festes, welches die Nordhäuser auf einem nahegelegenen Berge, von wo man die Stadt überblicken konnte, den fremden Gästen gaben. - Die mitgebrachten Speisen wurden auf dem Rasen ausgebreitet, und da es dabei auch nicht an guten Getränken, wie Weinen, Bier und echtem „Nordhäuser" fehlte, wurde die Gesellschaft bald sehr fröhlich und kehrte in bester Laune in die Stadt zurück."

In dieser Zeit hoher Musikbegeisterung in der Stadt wurde das Gehegekonzert zu einer regelmaßigen Einrichtung zur Freude aller Nordhäuser und ihrer Gäste. Der 3./4. Juni 1830 ist der Geburtstag der Konzerte. Auch erlaubte die Stadtverwaltung die Aufstellung von niet- und nagelfesten Räumlichkeiten für den Betrieb der Gastwirtschaft.

Die „Buden" von Ferdinand Lange, von Lux (Drei Linden) und Eyl (Hoffnung) sind die ersten ihrer Art. Bald kamen andere dazu; meist handelt es sich um Filialen von Gaststätten in den verschiedenen Stadtteilen.

Die Musik steht dabei zunächst auf einer Tribüne, welche dicht an den Bäumen errichtet war. Auf einer Holzleiter mussten die Musiker die Höhe erklimmen. 1852 wurde eine Konzerthalle erbaut. Die Konzerte fanden zunächst abends, später auch nachmittags und Sonntagvormittag als Frühkonzert statt.

Außerdem wurden manche Volksfeste ins Gehege verlegt, wie das Maienfest, Sommer- und Kinderfest etc. An solchen Tagen herrschte auf und um den Gehegeplatz ein großer Andrang.

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