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Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit

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Textdaten
Autor: Friedrich Stolberg
Titel: Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit
Untertitel: ein Handbuch
aus:
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1968
Verlag: Lax
Drucker:
Erscheinungsort: Hildesheim
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung:
Digitalisat:
Eintrag in der GND: 458253456
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Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit ist ein 1968 erschienenes Handbuch von Friedrich Stolberg. Es fußt auf Stolbergs jahrzehntelanger Arbeit, die mit dem Aufbau eines umfangreichen Zettelkatalogs begann. Mit Unterstützung seiner Frau Johanne war sie ursprünglich als Stütze für burgenkundliche Arbeiten vorgesehen.

Vorwort[Bearbeiten]

Die Anfänge vorliegender Arbeit reichen in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zurück, sie erwuchsen aus dem Wunsch, eine die Burgen des Harzes und seiner Randzonen einheitlich erfassende Kartei zu schaffen. Das Gebiet umfaßt rund 30 Kreise verschiedener Länderzugehörigkeit und verteilt sich auf das Feld von rund 80 Meßtischblättern; dementspre­chend sind Quellen und Literatur auf das reichhaltigste erwachsen. Unter anderem sind zur Bewältigung des Stoffes rund 20 Bände Bau- und Kunstdenkmäler heranzuziehen, von der Überfülle des Urkunden- und literarischen Materials ganz abgesehen. Alle diese Umstände drängten zwingend zur Schaffung eines einheitlichen Registers. Die Arbeit war zunächst nicht zur Veröffentlichung bestimmt und nur als Stütze bei den burgenkundlichen Arbeiten des Verfassers gedacht. Erst die großzügige Initiative des „Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde" ließ dann den Gedanken an eine Drucklegung akut werden. Angesichts dieser erfreulichen, unvermutet erwachsenen neuen Situation war es nicht möglich, das in Jahrzehnten erarbeitete Material nochmals von Grund auf neu zu bearbeiten. Es mußte, von einigen Ergänzungen abgesehen, in seiner ursprünglichen Konzeption belassen werden.

Grundsätzlich ist zu bemerken: Unter „Burg" ist eine in sich abgeschlos­sene Einzelbefestigung selbständigen Charakters verstanden, womit zu­sammenhängende, verzweigte Komplexe wie Landwehren und Stadt­befestigungen einstweilen fortfallen und anderer Betrachtung vorbehalten werden müssen; ausgeschieden sind auch reine Wohnschloßbauten ohne fortifikatorischen Charakter.

Zeitlich umschließt der Kreis die Spanne von der Vor- und Früh­geschichte über frühes, hohes Mittelalter bis zu den festen Schlössern von Renaissance-Barock einschließlich der Schanzen des 18. Jahrhun­derts.

Eine Aufgliederung nach Typen erschien untunlich, da sich bei sehr vielen der Objekte die Perioden überdecken und verflechten, es wurde die rein alphabetische Reihenfolge gewählt und jedem Objekt eine' individuelle Charakteristik beigegeben, die von Fall zu Fall das Objekt anspricht und aus der Art und Erhaltungszustand ersichtlich sind. Es folgen nach Art eines Inventars die Einzelangaben: Gemarkung, Name, Meßtischblatt mit Ordinaten, allgemeine und örtliche Lage, Baugrund, Baumaterial, Beschreibung, Geschichte, Funde, Quellen mit Literatur­angabe. Fehlt von den aufgeführten Stichworten das eine oder andere, so liegen hierzu keine Angaben vor. Da sich die Kreis- und Bezirks­zugehörigkeit bei vielen Gemeinden in den letzten Jahrzehnten ge­ändert hat, ist mit Rücksicht auf die ältere Literatur (Bau- und Kunst­denkmäler usw.) in Klammem auch die frühere Kreis- und Bezirks­zugehörigkeit vermerkt.

Beigegebene Grundrisse mußten raumbedingt in verschiedenen Maß­stäben erscheinen, da die Objekte zwischen wenigen Metern und Kilo­meterausdehnung schwanken. Es ist deshalb jeder Grundriß mit einem besonderen Maßstab zum Abzirkeln versehen. Sofern nicht nach eigener Vermessung gefertigt, wurden auf den Umzeichnungen die Namen der Autoren besonders vermerkt.

Den Umfang des behandelten Gebietes zeigt die Übersichtskarte, auf der mit Kreisen und Nummern die einzelnen Objekte eingetragen sind. Das Gebiet umfaßt als Kem den Harzrumpf selbst, bezeichnet durch seine natürlichen geologischen Grenzen. Ihm angegliedert sind die Rand­gebiete, begrenzt durch eine Linie, die so verläuft, daß sie die dem Kemharz geopolitisch verketteten Landschaften einschließt. Um dabei nicht in das Uferlose abzugleiten, mußten selbstverständlich bei Wahl der Objekte Einschränkungen gemacht werden. Die Vorland-Grenzlinie beginnt im Südosten mit dem Rand der Mansfelder Mulde (Süßer See, Eisleben), folgt nordwestlich schwenkend dem Lauf der Wipper (San­dersleben), Eine (Aschersleben), untere Selke bis zur Bode (Quedlinburg), greift auf die Holtemmeniederung (Halberstadt) über, um dann nördlich von Huywald und Fallstein am Südrand des Großen Bruches zu ver­laufen, das gegen Norden die naturgegebene Grenze des erweiteten Harzgebietes darstellt. Bei Homburg wird das Flußsystem Ilse—Ecker— Oker erreicht. Von hier aus schwenkt die Linie nach Westen über Harliwald, Salzgitterer Höhenzug, Lichtenberge zum nordwestlichsten Punkt bei Derneburg, dann streicht die Umgrenzung südwärts längs Innerste-Aue, Hainberg, Nettetal nach Seesen, tangiert südwestlich strebend die Austritte von Söse, Sieber, Oder und springt danach südlich zum Eichsfeld, dessen scharf im Landschaftsbild ausgeprägte Muschel­kalkkante das Harzvorland beherrscht mit Ohmgebirge, Eichsfelder Tor, Hainleite (Sondershausen). Zwischen Hainleite und Harz steht dabei als selbständiger Horst das Kyffhäusergebirge. Bei Heldrungen wird die Helme-Unstrut-Niederung erreicht, von hier zielt die Linie östlich nach Querfurt, biegt von hier nach Norden, um den Ausgangspunkt, die Mansfelder Mulde mit Süßem See, zu erreichen und somit den Kreis zu schließen. Gebirgsumrisse, Flüsse, wichtige Orte sind entsprechend auf der Karte eingetragen und verdeutlichen das Gesagte, zur Orientierung sind die Nummern der Meßtischblätter mit Schrägzahlen angegeben. Besonders eingezeichnet sind Brocken und Wurmberg.

Eine Sonderbehandlung ergab sich im Rahmen des Ganzen für eine Gruppe von Befestigungen im Raum Oberharz—Braunlage. Hier hat Herr Dr. Nowothnig, Hannover, bemerkenswertes Forschungsmaterial freundlicherweise zur Erstveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um einen kleinen mittelalterlichen Burgstall und um eine Anzahl bisher unbekannter Rechteckwälle noch ungeklärten Alters. Da die Drucklegung bereits angelaufen war, konnten diese Objekte nicht mehr in die laufende Reihe eingefügt werden, sondern mußten als be­sonderer Nachtrag angeschlossen werden.

Es verbleibt die angenehme Pflicht, derjenigen zu gedenken, welche mit Wort und Tat geholfen haben, die vorliegende Arbeit druckreif zu machen! Ich danke Herrn Dr. Friedrich August Knost, Präsident a. D. des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Braunschweig, für tatkräftiges Eintreten sowie seinem Nachfolger im Amt, Herrn Präsident Dr. Willi Thiele. Auf die Initiative des Harzvereins für Geschichte und Altertums­kunde wurde bereits hingewiesen. Hier gilt mein besonderer Dank Herrn Städtischen Archivdirektor Dr. Werner Hillebrand, Goslar, für die ge­leistete organisatorische Hilfe und für seine Unermüdlichkeit beim Be­seitigen sachlicher Schwierigkeiten. Im engen Zusammenhang hiermit ist Professor Dr. Georg Schnath zu nennen, der als Gutachter im inter­ministeriellen Ausschuß zur Verteilung der Lottomittel die wirtschaft­liche Basis für die Drucklegung schaffen half. Die Verlagsübernahme durch Herrn Dr. August Lax, Hildesheim, hat dann die Erfüllung aller gehegten Hoffnungen gebracht. Zu Dank verpflichtet bin ich auch Herrn Professor Dr. Paul Grimm, der in kritischer Stellungnahme wertvolle Hinweise gab, die in Verbindung mit seinem klassischen Werk über die Burgwälle 1958 richtungsweisend waren. Nicht vergessen sei auch Herr Dr. Günter Stein, Speyer, mit dem mich langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet. Gleiches gilt für den Herausgeber der „Harzzeitschrift", Herrn Dipl.-Ing. K. W. Sanders, Hanau, und für Herrn Oberstudienrat Heinrich Spier, Goslar, mit seiner Jugendgruppe des Geschichts- und Heimatschutzvereins Goslar. Dank auch Herrn Stadt­bauoberinspektor Hans Günther Griep für zahlreiche Hinweise und bereitwillig überlassenes eigenes Planmaterial. Die Reihe derjenigen Helfer, denen ich zu danken habe, teils für aktive Arbeit im Gelände, teils für Mitteilungen, Literatur usw. ist, nicht zuletzt, zu ergänzen: Die Herren Otto Bühnemann, Goslar; Dr. Marlin Claus, Hannover; Orts­heimatpfleger Himstedt, Wiedelah; Hartmut von Hindte, Goslar; Apothe­ker Martin Kranz, Goslar; Hans Löffler-, Otto Lönies, Dortmund; Major a. D. Hans v. Meien-Vogeler, Bad Harzburg; Dr. Walther Nowothnig, Hannover; Amtmann Wilhelm Rademacher, Hildesheim-, Ing. Friedrich Reinboth, Walkenried; Wolfgang Specht, Braunschweig; Joachim Stenz­horn, Berlin; Kreisheimatpfleger Otto Thielemann, Goslar; Friedrich Werther, Wuppertal; Karl Werther. Zum Schluß aber darf ich noch Fräulein Eva-Maria Woelki vom Stadtarchiv Goslar danken, die mich bei der Mühe des Korrekturenlesens unermüdlich unterstützt hat.

Goslar, im August 1967

Friedrich Stolberg