Zollhaus

Das Zollhaus (auch Zollhäuschen) wurde von 1843 bis 1845 im Zuge des Baus der Chaussee Nordhausen–Crimderode errichtet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gebäude entstand als Chausseehaus an der Landesgrenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Königreich Hannover. Ab dem 1. Februar 1846 wurden hier je Fuhrwerk und Zugtier drei Pfennig Wegegeld erhoben. Eigentümerin war die Stadtkämmerei; das Haus trug 1846 die Anschrift Vor dem Altenthore 1364 b (ab 1877 Crimderöder Straße 13, heute Parkallee 11). Um das Wegegeld zu umgehen, wichen viele Reisende und Händler auf den Gumpeweg aus. Nach der Reichsgründung 1871 verlor das Zollhaus seine Bedeutung, verblieb jedoch im Besitz der Stadt. 1874 begann die Anlage des anliegenden Stadtparks.
Am 1. Oktober 1908 wurde um 12 Uhr mittags der Schlagbaum an der ehemaligen Chausseegeld-Hebestelle entfernt. Dem langjährigen Chausseegeld-Einnehmer überreichte man zum Andenken einen Kranz. Das Haus wurde anschließend zu einer Stadtgärtnerwohnung umgebaut.
1955 verkaufte die Stadt das Anwesen an den Gärtner Arthur Reichardt, der es mit seiner Familie 40 Jahre lang bewohnte. Reichardt verstarb 1992 im Alter von 87 Jahren. Das Zollhaus befindet sich bis heute im Besitz der Familie Reichardt und ist als Café verpachtet.
Personen
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Als Chausseegeld-Erheber:
- Ferdinand Steiner (ab 1846)
- Edmund Ottilie
- Friedrich Hartleb
- Marie Schreiber, geb. Kraft (bis 1877)
Als Gärtner:
- Wilhelm Rohscheid (ab 1910)
- Hermann Ernst (ab 1924)
- Adolf Gerke (ab ca. 1937)
- Reinhold Marquardt
- Herr Arlt
- Arthur Reichardt (ab 1955)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Horst Beier: Traditionsreiches Haus in der Parkallee. In: Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter (2/2011), S. 1–2.