Ulrich H. K. Hesse

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Ulrich H. K. Hesse
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geb. 1927 in Nordhausen
gest. 5. Februar 2016 in Hamburg[1]
Pädagoge, Lehrer, Hochschullehrer
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GND-Nummer 130495611
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Ulrich H. K. Hesse (geb. 1927 in Nordhausen; gest. 5. Februar 2016 in Hamburg[1]) war Pädagoge, Lehrer und Hochschullehrer.

Leben

Nach der Grundschule besuchte Hesse das humanistische Gymnasium und machte 1946 sein Abitur an der Humboldtschule. Es folgte das Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Sport. An norddeutschen Gymnasien war er als Lehrer tätig und Dozent für Lehrerfortbildung in Hamburg. 2005 promovierte er.

Erinnerungen eines Nordhäuser Gymnasiasten an Uli Hesse, Neumarkt 13

von Jost-Dieter Rudloff

Der Titel "Der Deutsche Gruß" von Ulrich K. H. Hesse weckt Argwohn. Schreibt da ein ewig-gestriger Nordhäuser Bildungsbürger? Der Lehrersohn Uli Hesse alias Kurt erzählt von einer Kindheit in einer Weinhandlung Ecke Grimmelallee/Am Altentor, an der Rotleim-Mühle und in Krimderode. Seine Mutter Elisabeth geb. Vahlbruch darf ihren Beruf als Lehrerin nicht ausüben, weil sein Vater Max Hesse Lehrer ist und das Doppelverdienen aus beamtenrechtlichen Gründen verboten ist. In den Kindergarten geht Uli Hesse alias Kurt nicht. Er findet es albern, eine vorgezeichnete Tulpe mit roten Fäden für die Blume und grünen Fäden für den Stengel zu besticken. Höhepunkte des Jahres sind für ihn Weihnachten und der Martini-Umzug. Sein Vater Max macht sich Sorgen um den Verbleib der jüdischen Vereinsmitglieder im Nordhäuser Schwimmverein. Bei einem Spaziergang mit einem gleichgesinnten Lehrer- Kollegen lässt Vater am abgetragenen Friedrich-Ebert-Denkmal am Eingang des Stadtparks Uli alias Kurt den "Deutschen Gruss" ausführen als Protest gegen die jüngst eingeführte Grussordnung mit erhobenem rechten Arm und "Heil Hitler“. Sie gehen vorbei an dem Reporter und Leichtathleten Rudolf Hagelstange, der im Stadtpark mit seiner Bambus- Hochsprungstange vom Ufer zu einer kleinen Insel übersetzt, um Fotos von Entchen schiessen zu können. Bei einem Besuch des Onkels Dr. Hermann Hesse in Leipzig fahren sie in Rechtsanwalts Herrmann grossem offenem Auto an auf die Ankunft Hitlers wartenden Zuschauern vorbei. Onkel Herrmann erhebt sich von seinem Sitz. Er schaut nach Art Hitlers mit starrem Blick über die Menschen hinweg und hebt den rechten Arm , abwechselnd gestreckt und gewinkelt. Die Menge hält inne mit Fähnchenschwenken. Der Chauffeur gibt Gas und braust davon. Konsequenzen hat es nicht für Hermanns Clownerie gegeben. Uli alias Kurt besucht das altsprachliche Gymnasium in der Morgenröte. Musiklehrer Treichel schlägt ihn wegen seines Knabensoprans zur Aufnahme in den Thomaner-Chor vor. Das lehnt Vater Max Hesse ab. Im Schwimmverein wird Uli (Kurt) einer der erfolgreichsten Thüringer Leistungs- Schwimmer. In der Hitlerjugend rückt er auf zum Jungenschafts-Führer. Sein Vater ist ein Nationalpatriot. Er hasst die Nazis. Im Familienkreis verurteilt er den Überfall Hitlers auf die Sowjetunion. Ein Fähnleinführer schneidet Uli (Kurt) mit der Nagelschere Haare aus dem Gesicht. Körperliche Berührungen der Hitlerjungen sind streng verboten. Ulis (Kurts) Vater sieht das vom Haus Neumarkt 13 aus, schlägt dem Fähnleinführer eine Backpfeife und holt seinen Sohn aus dem Glied. Auch das blieb im immer noch rechtsbewussten Nordhausen ohne Konsequenzen. Uli (Kurt) verlässt die stumpfsinnige Allgemeine Hitlerjugend. Er tritt der Marine-Hitler-Jugend bei und rudert in einem Marine-Kutter mit "Klassenbruder Ernst Rudloff" (S. 158) auf dem Kiesschacht herum. Beide beschäftigen sich intensiv mit Morsen und See-Funk. Nach Reichsarbeitsdienst und Flakhilfe wird Uli Hesse Reserve-Offiziersanwärter bei der Marine. Nach Kriegsende kann er sich in Niedersachswerfen sowjetischer Bewachung entziehen, als er die Iwans mit einer parodistischen Vorführung des deutschen Gewehr- Exerzierens amüsiert. Das war sein letzter "Deutscher Gruß". Uli Hesse war ein sehr empfindsamer Mensch. Er hat es nie übers Herz gebracht, der Mutter seines im April 1945 an der Elbe gefallenen Schulfreundes Ernst Rudloff zu kondolieren. Sein Gewissen hat ihm keine Ruhe gelassen. Fast 60 Jahre später, kurz vor seinem Tod, hat er sich dafür entschuldigt.

Werke

  • Vom Schulbühnenspiel zum Schulfach. Die Geschichte der Integration darstellenden Spiels in die Schule am Beispiel. Milow:Schibri-Verlag, 2005 (Hamburg, Univ., Diss., 2005). ISBN 978-3-937895-17-8
  • Der Deutsche Gruß.< Norderstedt: Books on Demand, 2015. ISBN 978-3-7392-8914- Besprechungen: Neuber, Manfred.
  • Dreyse, Hermann. ein Pseudonym von Ulrich H.K.Hesse. Kein schöner Land..nachgereichte Auskünfte über den Winter, das Frühjahr und den Sommer 1945. Norderstedt 2010.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Trauer um Ulrich Hesse, abgerufen am 18. Februar 2022.