Stéphane Hessel

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Stéphane Hessel (geb. 20. Oktober 1917 in Berlin; gest. 27. Februar 2013 in Paris) war Schriftsteller und Diplomat. 1944 wurde er als Angehöriger der Résistance in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Später wurde er in das Außenlager Rottleberode und nach Mittelbau-Dora überstellt.

Er war Mitunterzeichner der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948.

Leben[Bearbeiten]

Stéphane Hessel wurde 1917 in Berlin geboren. Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geriet Hessel, der 1939 in die französische Armee eingezogen worden war, in deutsche Gefangenschaft. Ihm gelang die Flucht nach London, wo er sich der französischen Résistance anschloss. 1944 fiel er der Gestapo in die Hände, wurde gefoltert und in das KZ Mittelbau-Dora deportiert. Während der Verlegung nach Bergen-Belsen gelang ihm im April 1945 die Flucht aus dem Zug.

Er war Mitautor der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Später wurde Hessel Uno-Botschafter in Genf.

Anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora trug er sich mit weiteren ehemaligen Häftlingen in das Goldene Buch der Stadt Nordhausen ein. Eine Birke mit seinem Namen wurde auf dem Gedenkhain am Petersberg gepflanzt.

Das Essay "Empört euch!" machte Hessel im Alter von 92 Jahren zum internationalen Bestsellerautor.

Er starb am 27. Februar 2013 im Alter von 95 Jahren in Paris.

Die Verlegerin Sylvie Crossman schrieb in einem Nachwort zu seinem Essay: „Am 8. August 1944, wenige Tage vor der Befreiung von Paris, wurde er in das deutsche Konzentrationsleger Buchenwald verbracht. Knapp vor seiner Exekution durch den Strang gelang es ihm unter abenteuerlichen Umständen, seine Identität mit derjenigen eines im Lager an Typhus gestorbenen Franzosen zu tauschen. Unter seinem neuen Namen Michel Boitel und damit auch mit seinem neuen Beruf als Fräser wurde er in das Lager Rottleberode verbracht … Er floh, wurde aufgegriffen und in das Lager Dora verbracht, wo die V1- und V2-Raketen gebaut wurden.“ („Empört Euch!“, S. 28, Ullstein-Streitschrift). Mit eindringlichen Worten rief er auf zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten und gegen die Umweltzerstörung auf der Erde.