Gumprechterode

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Gumprechterode war ein Dorf im Norden von Nordhausen (Wüstung).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf lag an dem aus dem Borntal kommenden Bach und an dem nach der Windlücke führenden Wege. Die Dorfstelle wird auch als Benderode bezeichnet; der Name ist wohl durch Verkürzung und Verstümmelung des Namens Gumprechterode in „Gumpenrode und Benrode“ entstanden. Das kleine Dorf war ein unter der Vogtei der Grafen von Honstein stehendes Reichsdorf, dessen Flur ursprünglich 6½ Hufen und später 7 Hufen umfaßte. Im Jahr 1285 bekundeten die Grafenbrüder Dietrich II, Heinrich III., der Nordhäuser Domstiftspropst Elger und Ulrich von Honstein, dass mit ihrer Zustimmung ihr Vater Graf Heinrich II. dem Nordhäuser Frauenbergskloster geschenkt hat u. a. von einer in Gumprechterode gelegenen Hufe den ihm zustehenden Vogtei-Jahreszins.

Nach dem Nordhäuser Reichsschulzenbuche hatten die Einwohner von Gumprechterode 1308 von 6½ Hufen 7 Viertelmark und später von 7 Hufen 7 Viertelmark jährlich zum Reichsgerichte zu Nordhausen zu zahlen. Diese Jahresabgabe der ehemaligen Bewohner von Gumprechterode ist noch in dem neuen Reichsschulzenbuche von 1538 verzeichnet. Die Grafen von Honstein besaßen auch 1 Lehnshufe in der Gumprechteröder Flur. 1391 belehnte Graf Ulrich von Honstein-Kelbra den Nordhäuser Bürger Hermann von Werther mit ½ Hufe am Dachloh, welche derselbe vom Ritter Fritze von Werther zu Großfurra erkauft hatte. 1392 erkaufte derselbe Nordhäuser Bürger Hermann von Werther Hufe auf dem Dachlohe, welche Lehen des Grafen Dietrichs von Honstein-Heringen war, vom Stolberger Bürger Gottfried Ovil. 1461 verkaufte der Nordhäuser Bürger und Reichsschultheiß Hermann von Werther an das Nordhäuser Frauenbergskloster 18 Morgen Land, gelegen in dem Benroda an dem Wege, so man gehet in die Windlücken, und stoßen auf den Rosungsbach.

Das Dorf Gumprechterode ist höchstwahrscheinlich in der letzten Woche des Jahres 1294 durch die Raubschar Kaiser Adolfs zerstört worden. Seine Bewohner werden nach der Stadt Nordhausen geflohen sein und sich mutmaßlich (nach Karl Meyer) in der neuangelegten Quergasse zwischen Bäcker- und Kranichstraße niedergelassen und angesiedelt haben, wovon diese Quergasse den Namen „Gumprechtisgasse" (jetzt Gumpertstraße) erhalten haben wird. Die ehemaligen Gumprechteröder bewirtschafteten sodann ihre alte Dorfflur von Nordhausen aus weiter und vergrößerten dieselbe durch Ausrodung der in ihr belegenen Waldungen, z. B. des Dachlohes.

Flur[Bearbeiten]

Die Flur des Dorfes Gumprechterode muß umfaßt haben:

  • das dritte Brachfeld der Feldbeschreibung von 1652: „Vom Töpferthore an, den Weg bey Boltensschildichen hinunter nach der Windlücken, Affterpfann, Dachlohe, auf den Steigerthalischen Weg bis an den Himmelgarten.„“
  • das dritte Winterfeld der Feldbeschreibung von 1652: „Von der Windlücken an den Wege hinauf, das Mäusethal bis an den Stein am Petersdörfischen Wege, den Weg herunter bis an die Brücken, von den Brücken bis an den Rasen im hintersten Bornthal, den Rasen hinunter bis an den Birnbaum, der am Gewende am Bornthale stehet, den Rasen hinunter bis in die Leimengruben, da die Weiden stehen.“
  • das vierte Sommerfeld der Feldbeschreibung von 1652: „Vom Töpferthor an die lange Dorngasse hinauf, den Weg hinunter bis an den Rasen im hintersten Bornthal, die drey Bornthale, die Leimengrube herauf bis an das Töpferthor“.

Literatur[Bearbeiten]