Diskussion:Nordhausen im Bombervisier

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Veröffentlichung 2001[Bearbeiten]

Luftkriegsgeschichtliche Werke schildern den Verlauf großer Schlachten in summarischer Form. Die vielen Details aber, aus denen sie sich letztlich zusammensetzen, können nur in monografieartigen Schriften wiedergegeben werden, wie sie für eine große Anzahl deutscher Städte vorliegen. Aber Nordhausen musste noch länger als fünfeinhalb Jahrzehnte warten, bis im Weihnachtsmonat 2000 ein von Dr. Walter Geiger verfasstes Werk vorgelegt wurde, das eine gründliche Einarbeitung in die Geschichte des Unterganges der Südharzstadt garantiert. Die Luftkriegspublikation fand sofort nach ihrer Veröffentlichung einen starken Widerhall. Das hatte sicherlich gute Gründe. Insider meinen sogar, dass damit ein nicht mehr zu verbesserndes Muster geschaffen wurde. Das großformatige und reich bebilderte Buch weist eindeutig nach, dass nach der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 die sieben Wochen später erfolgte gnadenlose Vernichtung Nordhausens als Abschluss der Bomberoffensive im mitteldeutschen Raum anzusehen ist. Als Ergebnis einer vieljährigen und konsequent betriebenen Forschungsarbeit ist es Geigers zentrales Anliegen, auf der Grundlage aller erhaltenen westalliierten und deutschen Dokumente die Geschehnisse am Kriegshimmel über und um Nordhausen exakt und wahrheitsgetreu darzustellen.

Die Luftkriegsforschung ist eine Wissenschaft und an ihren Grenzen fließende Wissenschaft. Zu viele Kriterien müssen beleuchtet werden, neue Aspekte fließen hinein. In dreißig Abschnitten werden deshalb zahlreiche Gesichtspunkte - jeweils bei der Genesis beginnend - gewissenhaft behandelt. So werden beispielsweise die gesamte Chronologie des Luftkrieges gegen die Südharzstadt seit 1940, die Geschichte des Luftschutzwesens in Nordhausen seit 1935, die Historie des Fliegerhorstes und der Boelcke-Kaserne seit 1935/36 und die lückenlose Entdeckung und Entschärfung aller Fliegerbomben-Blindgänger im Stadtgebiet und in seiner Umgebung seit 1943 bis zum 17. September 1999 als dem augenblicklich aktuellen Stand beschrieben. Insgesamt 178 Abbildungen (Fotos, Zeichnungen, Faksimiles, Tabellen) beleben den Gedankengehalt der einzelnen Abschnitte.

Erstmals in der Luftkriegsliteratur wurden von der englischen Funkaufklärung abgefangene deutsche Funksprüche und die bis vor wenigen Jahren noch unbekannt gewesenen geheimen Tagesberichte der deutschen Wehrmachtführung für die Forschungsarbeit nutzbar gemacht. So konnte nachgewiesen werden, dass Nordhausen die einzige Stadt Deutschlands war, die ausschließlich durch den Einsatz von Minenbomben ausgelöscht wurde. Das ganze Ausmaß des Schreckens, der Verwüstung und des Todes wird durch exzellente englische Luftaufnahmen verdeutlicht. Mit aller Kraft widerspricht W. Geiger der noch immer vernehmbar falschen Annahme, dass Nordhausen bombardiert wurde, weil es angeblich auch nach dreimaliger Aufforderung nicht kapituliert hätte. Dokumentiert wird vielmehr, dass die Verwüstung der Stadt aus westalliierter Sicht eine militärische Notwendigkeit war. --Chronist (Diskussion) 18:42, 1. Mär. 2020 (MET)

Bitte nicht meinem Diskussionsbeitrag verändern. Wenn jemand etwas zu entgegnen hat, hier drinter schreiben. --Chronist (Diskussion) 10:30, 2. Mär. 2020 (MET)

Sehr wohl, Chronist: 1. Wer urteilt "gnadenlose Vernichtung"? 2. Nordhausen - "Abschluss der Bomberoffensive im mitteldeutschen Raum". Nein, nach dem 3./4. April flogen noch tagelang große Bomberverbände ostwärts über Nordhausen, wir Kinder zählten einige Male bis über 70 silbern-glänzende Maschinen, teilweise mit Kondenzstreifen. 3. Während in Nordhausen die SED-Propagandalüge (US-Bomber) noch in Stein (Stele) gemeißelt war, hatte Dr. Herbert Meyer, OB bei Kriegsende, schon um 1963 in einem Gespräch mit dem Journalisten Manfred Neuber in Bad Lauterberg die Legende widerlegt, Nordhausen sei zur Übergabe aufgefordert worden, und die Angriffe hätten eigentlich Gotha gegolten. --87.177.152.37 (Diskussion) 12:08, 2. Mär. 2020 (MET)

Lieber anonymer Benutzer (Ich nehme an, Sie sind Herr Neuber?). Ich urteile so und darf das auch, schließlich ist dies eine Diskussionsseite und kein neutraler Artikel. Die SED pflegte dieses Gerücht, da es wunderbar in die antiamerikansiche Doktrin passte. Dennoch (oder deshalb) hielt sich dieses Gerücht auch nach 1990. --Chronist (Diskussion) 12:32, 2. Mär. 2020 (MET)
Sorry, lieber Chronist, das Urteil ist Ihnen unbenommen. Grotesk wird es allerdings, wenn im Text und in der Diskussion scharfe

Wertungen ("Kriegsverbrecher Harris") stehengelassen werden, aber harte Fakten in Aussagen von Augenzeugen negiert werden. Das führt zu Verzerrungen. Unzutreffend ist auch die obige Angabe, dass Nordhausen die einzige Stadt in Deutschland war, die "ausschließlich durch den Einsatz von Minenbomben ausgelöscht wurde". Überlebende, britische Statistiken und die Erfahrungen mit Hunderten von Blindgängern (NordhausenWiki) widerlegen dies. --87.177.152.37 (Diskussion) 17:26, 2. Mär. 2020 (MET)