Barfüßerkloster

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Datei:Barfüßer-Kloster, Nordhausen.jpg
Reste des Barfüßerkloster

Das Barfüßerkloster war eine für die Geschichte Nordhausens einstmals bedeutende und ausgedehnte Anlage.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Franziskanerkloster in Nordhausen hatte bereits vor 1234 eine Kirche, die in diesem Jahre abbrannte. Ihre Nachfolgerin, über die wenig bekannt ist, muß eine der größten der Stadt gewesen sein; sie wurde 1278 geweiht.

Die Gebäude des Klosters sind abgerissen, zuletzt im Jahre 1805 die Kirche. Von ihr ist die Ruine eines kleinen rechteckigen Seitenanbaus mit gotischem Eingang erhalten. Um dieses Bauwerk herum lag ein Friedhof, der im Jahre 1874 noch als vorhanden erwähnt, aber wohl nicht mehr belegt wird. Das 1667 errichtete Torhäuschen ist der Friedhofseingang gewesen. Der Name von Kirche und Friedhof geht auf den 1329 eingeführten Brauch zurück, alljährlich zum Gedenken an eine siegreiche Fehde der Bürger mit Feudalen eine Spende an Arme zu verteilen.

Das Barfüßertor wurde nach dem Kloster benannt.

Klosterruine[Bearbeiten]

Als letzte Zeugen des alten Klosters waren nach 1903 nur noch der Seitenanbau der Kirche und das Torhaus zum Spendekirchhof zurückgeblieben. In dem alten, etwa 3 Meter hohen und oben offenen Anbau aus Dolomit und Sandstein hatte man die letzten erhaltungswürdigen Grabsteine untergebracht und seinen gotischen Eingang durch Eisengitter gesichert. Der Sportplatz als freie Fläche am Rande der dicht bebauten Straßenzüge konnte ab 1943 vorübergehend nicht mehr benutzt werden, weil auf dem Platze Splittergräben ausgehoben wurden. Darin sollten die Anwohner bei Fliegeralarm Schutz suchen. Bei den Erdarbeiten wurden viele Grabsteine der früher hier bestatteten Einwohner freigelegt.

Noch einmal wurde das Gelände umgestaltet, als in den Jahren 1949 bis 1951 der alte Spendekirchhof von Osten her bis zu 5 Meter hoch mit Trümmerschutt aufgefahren wurde. Die aus den Häuserruinen zwischen Blasiistraße, Pferdemarkt, Baltzerstraße und Kranichstraße anfallenden Trümmer wurden über eine Feldbahn herangeschafft und abgekippt. Die Schienen führten über den Schulhof und am Portal der ehemaligen Königin-Luise-Schule (Oberlyceum) vorbei. Die Schule wurde 1948 in Humboldt-Schule umbenannt und als Oberschule benutzt. Die von kleinen Dampflokomotiven und Dieselloks gezogenen und aus Kipploren bestehenden Züge wurden von den Schülern „Humboldt-Express" genannt. Als auf dem Gelände des alten Spendekirchhofes keine Trümmer mehr aufgeschüttet werden konnten, wurde hinter dem Schulgebäude, dicht neben dem alten „Schützenturm" in die Stadtmauer eine Bresche geschlagen, die Schienen durch die Mauer geführt und der tiefe Wallgraben vor der Mauer mit Trümmern aufgefüllt.