Agnes Föllner

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Agnes Föllner
[[Bild:|220px|Agnes Föllner]]
Agnes Foellner
geb. 1843 in Halberstadt
gest. 16. Februar 1922 in Berlin-Friedenau
Pädagogin
Bilder und Medien bei Commons

Agnes Föllner (geb. 1843 in Halberstadt; gest. 16. Februar 1922 in Berlin-Friedenau)[1] war Pädagogin und Kindergärtnerin. Sie wirkte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nordhausen und spielte eine bedeutende Rolle in der Entwicklung und Etablierung des Kindergartenwesens in der Stadt.

Sie wurde als Tochter des Particuliers (1877) Rudolph Albert Emil Föllner[2] (gest. 11. Februar 1878 in Nordhausen)[3] geboren, war Schülerin des Berliner Fröbel-Seminars, übernahm nach dem Tod von Thekla Naveau die verwaiste Anstalt und erhielt sie über 10 Jahre.[4] Agnes Föllner trat 1873 in Nordhausen öffentlich in Erscheinung, als sie in der lokalen Presse für ihre Pensions-Anstalt warb. Diese Einrichtung bot jungen Frauen die Möglichkeit, sich durch „besonderen Fachunterricht“ zu Kindergärtnerinnen ausbilden zu lassen.[5] Föllners Initiative fiel in eine Zeit, in der die professionelle Ausbildung von Kindergärtnerinnen zunehmend an Bedeutung gewann. Durch ihr Engagement trug Föllner wesentlich zur Professionalisierung des Kindergartenwesens in der Region bei.

Der Ausschuß zur Verbreitung der Fröbelschen Erziehungsweise, eine Vertretung sämtlicher Berliner Kindergärtenvereine forderte in einem Rundschreiben die Fröbelvereine Deutschlands zu einer am 3. und 4. Pfingstfeiertag 1873 in Nordhausen stattfindenden Versammlung auf. Meldungen zur Teilnahme waren an Stadtrat Bassenge oder Agnes Föllner in Nordhausen zu richten.[6]

1877 ist sie als Inhaberin und Vorsteherin eines Kindergartens und einer Mädchen-Pensions-Anstalt in der Hagenstraße 36 in Nordhausen nachgewiesen.[2] Diese Doppelrolle als Ausbilderin und praktizierende Kindergärtnerin ermöglichte es ihr, Theorie und Praxis eng miteinander zu verbinden. Ihre praktische Erfahrung in der Kindergartenarbeit floss vermutlich direkt in die Ausbildung der angehenden Kindergärtnerinnen ein.

Nach dem Tod ihrer Eltern verlor Föllners Anstalt an Ansehen und scheiterte fast an dem Mangel eines geeigneten Raumes für die Kinder. Maria Strauch, Schülerin des Fröbel-Seminars und geprüfte Lehrerin, übernahm ihren Kindergarten.[4]

Im Landesarchiv Berlin befindet sich eine Akte über die Gründung eines Kindergartens in Berlin durch eine Agnes Foellner mit der mutmaßlich falschen Jahresangabe "1986" statt "1886".[7]

  • 1885: Neustadt 2[8]
  • 1922: Stubenrauchstr. 27 in Berlin-Friedenau[1]

Einzelnachweise

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  1. 1,0 1,1 Sterbeurkunde des Standesamtes Berlin-Friedenau Nr. 191/1922 vom 17. Februar 1922 bei Ancestry.
  2. 2,0 2,1 Stadtsecretär Carl August Läger (Hg.): Adressbuch und Wohnungs-Anzeiger für die Stadt Nordhausen. 1877. Nordhausen: Selbstverlag, 1877. S. 26. (Digitalisat)
  3. Namensliste zu den Sterbefällen der Stadt Nordhausen/Harz für die Jahre 1874 - 1899. Stadtarchiv Nordhausen/Harz. 8. September 2022, S. 57, Nr. 1878/100, abgerufen am 1. Januar 2026. (Digitalisat)
  4. 4,0 4,1 Ida Seele:Meine Erinnerungen an Friedrich Fröbel. In: Kindergarten, Bewahranstalt und Elementarklasse; Organ des Deutschen Fröbel-Verbandes, Jg. 29, Nr. 12 vom December 1888, S. 185 (Digitalisat).
  5. Pensionat in Nordhausen. In: Hallische Zeitung, Nr. 38, Zweite Beilage vom Samstag, 14. Februar 1874, S. 13 (Digitalisat).
  6. Locales und Vermischtes. In: Berliner Börsen-Zeitung, Tageszeitung für Politik und Wirtschaft, für Wehrfragen, Kultur und Unterhaltung, Nr. 197, I. Beilage vom Dienstag, 29. April 1873, S. 7 (Digitalisat).
  7. Landesarchiv Berlin: Gründung eines Kindergartens Ihnesstraße 13 durch die Vorsteherin Johanna Sturm, jetzt Alte Jakobstraße 50, jetzt Agnes Foellner Alexnadrinenstraße 76 (Konzession vom 06.11.1986), abgerufen am 3. Januar 2026.
  8. Carl August Läger (Hg.): Adressbuch und Wohnungs-Anzeiger für die Stadt Nordhausen 1885. Nordhausen: Selbstverlag, 1885. S. 26. (Digitalisat)