Die neueren Münzen und Medaillen der Reichsstadt Nordhausen

Textdaten
Autor: Ernst Lejeune
Titel: Die neueren Münzen und Medaillen der Reichsstadt Nordhausen
Untertitel:
aus: Blätter für Münzfreunde. - Jg. 1910
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Thieme
Drucker:
Erscheinungsort: Dresden
Quelle: Universität Erfurt,
Sig.: Num 4° 00615/03
Kurzbeschreibung:
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Eintrag in der GND: [1]
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DIE
NEUEREN MÜNZEN UND MEDAILLEN
DER REICHSSTADT NORDHAUSEN


VON
ERNST LEJEUNE
FRANKFURT A. M.


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MIT 3 TAFELN UND VIELEN ABBILDUNGEN IM TEXT
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SONDERABDRUCK AUS «BLÄTTER FÜR MÜNZFREUNDE» HERAUSGEGEBEN VON DR. H. BUCHENAU
JAHRGANG 1910


VERLAG C. G. THIEME, DRESDEN.




Genau 40 Jahre sind vergangen, seitdem Geh. Archivrat von Mülverstedt mit Beteiligung von Rechtsanwalt P. Osswald „die Münzen der ehemaligen freien Reichsstadt Nordhausen“ zusammengestellt hat.1) Das Heftchen ist mittlerweile recht selten geworden, auch genügen für die heutigen Anschauungen viele Beschreibungen nicht mehr. Da mir dank der Bereitwilligkeit aller grossen Münzkabinette und besonders des Stadtmuseums Nordhausen reiche Ergänzungen zuteil wurden, versuche ich eine neue Zusammenstellung, indem ich mich auf die seit 1556 ausgegangenen Gepräge beschränke. Durch mehrere Brakteatenfunde, in erster Linie denjenigen von Seega, ist so viel neues Material für die ältere Münzgeschichte Nordhausens ans Tageslicht gekommen, dass ich hoffe, es findet sich ein Bearbeiter des mittelalterlichen Teils. Unter Umständen behalte ich mir vor, diesen in einiger Zeit ebenfalls zu bringen. —

Das älteste Stadtsiegel von Nordhausen zeigt das Königspaar in Architektur und ist dem entsprechenden unter Friedrich Barbarossa aufgekommenen Gepräge der breiten, hohlen Nordhäuser Pfennige entlehnt.2) Im Jahre 1336 wurde ein Sekretsiegel geschnitten, welches den Reichsadler mit dem über den Kopf gestülpten landgräflich-thüringischen Helm mit den Büffelhörnern aufwies; den letzteren wegen der zuerst an Albrectrt den Unartigen und in öfterer Wiederholung an dessen Nachkommen erfolgten Verpfändung des Reichsschultheissenamtes und anderer Gerechtsame über die Reichsstadt an die Landgrafen von Thüringen (später Herzöge von Sachsen) aus dem Hause Meissen. Im 15. Jahrhundert siegelte die Stadt auch mit einem einfachen gekrönten Adler. Hieraus entstand das neuere Stadtwappen von Nordhausen: schwarzer, einfacher Reichsadler (in der Regel gekrönt) in gelbem (goldenem) Schilde. Darüber der (ursprünglich landgräflich-thüringische) Helm mit schwarz und gelben Decken, Krone und zwei weissen Büffelhörnern, deren jedes auswärts mit vier oder fünf weissen Stäbchen mit je zwei bis vier gelben abhängenden Lindenblättern besteckt ist.[1]

Die letzte Nachricht über die mittelalterliche Münzprägung zu Nordhausen enthält der Erlaubnisbrief Herzog Wilhelms von Sachsen von 1448, sechslötige Hohlpfennige zu schlagen, zwei Jahre lang. Von der Mitte des 15. Jahrhunderts ab bis 1556 scheint die Münze zu Nordhausen geruht zu haben. In diesem Jahre schloss der Rat der Stadt Nordhausen mit dem gräflich Hohnsteinschen Münzmeister in Ellrich,Valentin Sickel, einen Vertrag, wonach er „das Münzwesen in Nordhausen anfangen und versehen solte“. So entstanden wieder 1556 die ersten städtischen Prägungen.[2]

Folgende Münzmeister münzten in Nordhausen: Valentin Sickel 1556 (Kleeblatt), Andreas Weber 1615 bis 1618 (Rose, darüber Zainhaken und Eichel), Hans Gruber 1618—1620, 1623/24 (H G), Heinrich Peckstein (Backstein oder Packstein) 1621—24, Conrad Marquart 1624 (CM), Johannes (Hans) König 1660 (I K), Andreas Detmer 1685/86 (A D).

  1. Von Mülverstedt S. 41, vgl. auch Heinrich Heine, das Nordhäuser Stadtsiegel und Stadtwappen. Als Tingierungen des Hörnerhelmes sind diejenigen des staufischen Adlerschildes angenommen worden, also nicht die landgräflich thüringischen Farben (blau, weiss, rot).
  2. Aktenauszüge folgen bei den betreffenden Prägungen. Erstere beruhen auf einem von Stadtarchivar P. Osswald geschriebenen Excerptenbuch im Besitze des Nordhäuser Stadtarchives. Dieses und anderes Material machte uns Herr Stadtarchivar Heineck zugänglich, wofür auch an dieser Stelle der beste Dank abgestattet sei.


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