Carl Schiewek

Carl Schiewek
Carl Schiewek
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geb. 18. Mai 1871 in Putbus
gest. 1. Juni 1934 in Nordhausen
Photograph
GND-Nummer 1038568307
DNB: Datensatz

Carl Schiewek (geb. 18. Mai 1871 in Putbus auf Rügen; gest. 1. Juni 1934 in Nordhausen) war Photograph in Nordhausen. Bekannt wurde er vor allem durch seine Aufnahmen vom alten Nordhausen.

Leben[Bearbeiten]

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Carl Schiewek wurde als Sohn des Lehrers Robert Schiewek auf Rügen geboren und wuchs in Breslau auf, wo er 1887 die Realschule absolvierte und den Wunsch hatte, Kunstmaler zu werden. Nach der Schule erlernte er die Fotografie bei Eduard van Delden (1850–1920). Schiewek erlitt bei Laborarbeiten eine Chlorverätzung, aus der sich eine Tuberkulose entwickelte. Diese kurierte er am Sanatorium von Dr. Emil Kremser in Sülzhayn aus. Dort riet man ihm, im Südharz-Klima zu bleiben, und die Familie zog nach Nordhausen. Carl gründete unter dem Namen des Vaters 1891 ein Atelier und beschäftigte sich vor allem mit Portrait- und Landschaftsaufnahmen. Die Tagesarbeit im Atelier (Portraitgeschäft) wurde durch Werbefotografie, meistens für Nordhäuser Industriefirmen, ergänzt.

Während des Ersten Weltkrieges war er von 1916 bis 1918 als Lehrer für Fliegerphotographie in Halle an der Saale tätig. Zur gleichen Zeit erprobte er Neuentwicklungen für Carl Zeiss aus.

1919 war er Mitbegründer der Berufsorganisation „Gesellschaft Deutscher Lichtbildner“ (GDL).

Bekannt ist Schiewek für seine Aufnahmen vom alten Nordhausen, besonders im 1927 erschienenen Werk Geschichte der freien Reichsstadt Nordhausen. Beim Luftangriff auf Nordhausen 1945 ging das Archiv und der Familienbesitz verloren.

Neben der Tätigkeit für den wissenschaftlichen Verein und den Harzklub war Schiewek in der Loge aktiv, zuletzt als Meister der Johannis-Loge.

Am 1. Juni 1934 verstarb Carl Schiewek an einer Lungenentzündung; er hatte sich auf dem Pfingstausflug nach Tanne/Harz erkältet. Das Atelier wurde von seinem Lehrling Werner Steinmann weitergeführt.

Sohn Karl-Hans Schiewek wurde 1908 in Nordhausen geboren und lebte Anfang der 1990er Jahre in Bremen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1906: Goldene Medaille — Weltausstellung St. Louis
  • 1911: Bronzemedaille — Stadt Dessau
  • 1912: Silberne Medaille — Heidelberg
  • 1913: Goldpokal, Ehrengabe der Handwerkskammer Oberbayern, Silberne Medaille des Dtsch. Fotografischen Vereins und Ehrenpreis der Viola von Riederer v. Paar Stiftung, München
  • 1914: Kgl. Schwedische Medaille, Baltische Ausstellung, Malmö, Silberner Preis der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik, Leipzig
  • 1926: Staatspreis des Deutschen Reichs

Literatur[Bearbeiten]

  • Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter. Nr. 4/1993. S. 1 f.