Friedrich Quelle

Aus NordhausenWiki
Friedrich Quelle
Geb.10. April 1882 in Nordhausen
Gest.5. April 1952 in Ilfeld
Offizier, Stadtrat

Ernst Friedrich Wilhelm Quelle (geb. 10. April 1882 in Nordhausen[1]; gest. 5. April 1952[2] in Ilfeld) war Offizier, Stadtverordneter und Führer der Nordhäuser Ortsgruppe der NSDAP.

Quelle zog als Major a. D. bei der Kommunalwahl 1929 auf der Liste der NSDAP erstmals in die Stadtverordnetenversammlung ein. Nach seinem Ausscheiden aus diesem Gremium im gleichen Jahr - sein Nachfolger war der Schlosser Hermann Buhl - wirkte er im Magistrat als unbesoldeter Stadtrat und Dezernent der Stadtuhren, Einquartierung und Trinkhallen.[3][4] Ein Jahr später forderte ihn Bürgermeister Borchardt auf, sein Amt niederzulegen oder aus der NSDAP auszutreten. Die Aufforderung stützte sich auf eine Verordnung der preußischen Regierung, nach der Mitglieder staatsfeindlicher Organisationen keine öffentlichen Ämter bekleiden dürfen. Am 6. September 1930 wurde der unbesoldete Stadtrat Quelle, der am 15. August eine öffentliche Versammlung der NSDAP geleitet hatte, wegen Verletzung des Erlasses vom 25. Juni vorläufig aus seinem Amt entfernt. Am 16. April 1931 erfolgte schließlich die erneute Enthebung aufgrund der Verletzung des Republikschutzgesetzes. Gerichtsassessor Heinz Sting wurde 1931 Nachfolger als Leiter der Ortsgruppe der NSDAP. 1932 kehrte Friedrich Quelle in den Magistrat zurück, nachdem der Regierungspräsident die Dienstenthebung rückgängig gemacht hatte. 1934 wirkte er im Parteistab um Heinz Sting, schied wegen Differenzen mit dem Oberbürgermeister Johannes Meister 1938 aus seinem Amt.

Im alphabetischen Verzeichnis sämtlicher Haushaltungen von Nordhausen (1948) ist er in der Hohensteiner Straße 17 verzeichnet.[5]

Der Vater Ferdinand Robert Quelle (geb. 1842; gest. 1919) war Brennereibesitzer und Großkaufmann in Nordhausen.[6] Seine Mutter Auguste Caroline Ottilie Quelle, geb. Eberhardt ist bereits 1906 verstorben.[7] Friedrich Quelle war eins von insgesamt acht Kindern. Sein Bruder war der Geograph Otto Quelle. 1944 ehelichte er Luise Natalie Clara/Klara Kirchner (geb. 1886).[8][9]

Einzelnachweise

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  1. Peter Kuhlbrodt: Nordhausen unter dem Sternenbanner. Die amerikanische Besetzung der Stadt Nordhausen vom 11. April bis Anfang Juli 1945. 1995, S. 5
  2. Wolfram G. Theilemann: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen (Band 47/2022), S. 119
  3. Einwohnerbuch 1930 von Nordhausen a./H. mit den Kreisen Grafschaft Hohenstein und Ilfeld. Nordhausen a. H.: Theodor Müller, 1930. S. 459. (Digitalisat)
  4. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989. Horb am Neckar: Geiger, 2003. S. 324.
  5. Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Haushaltungen von Nordhausen (1948), abgerufen am 2. April 2022.
  6. Mitglieder-Verzeichniss … Johannis-Loge genannt "Zur gekrönten Unschuld (PDF)
  7. Standesamt Ilfeld: Sterbeurkunde Nr. 91/1952 vom 7. April 1952 bei Ancestry.
  8. Namensliste zu den Geburtsregistern der Stadt Nordhausen/Harz für die Jahre 1874 - 1899, Registernummer Nordhausen/Harz 528/1886. S. 319, abgerufen am 13. Februar 2026.
  9. Vermerk der Eheschließungs-/Heiratsurkunde des Standesamtes Nordhausen Nr. 159/1944 vom 27. Juni 1944 auf der Sterbeurkunde des Standesamtes Ilfeld Nr. 91/1952 vom 7. April 1952 bei Ancestry.