Bodo Spranz

Bodo Spranz
Bodo Spranz
Prof. Dr. Bodo Spranz
1. Januar 1920 in Nordhausen
1. September 2007 in Bremen
Hauptmann, Museumsleiter
GND-Nummer 104538562
DNB: Datensatz

Bodo Spranz (geb. 1. Januar 1920 in Nordhausen; gest. 1 September 2007 in Bremen) war ein hochdekorierter Offizier und erfolgreicher Sturmgeschützkommandant der Wehrmacht. Im Oktober 1943 wurde er mit dem 308. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Von 1962 bis 1984 war er Museumsleiter für das Völkerkundemuseum in Freiburg.

Leben[Bearbeiten]

Wehrmacht[Bearbeiten]

Bodo Spranz wurde am 1. Januar 1920 in Nordhausen geboren. Er besuchte die Grundschule und das Realgymnasium in Schwerin. Nach dem Arbeitsdienst kam er im Jahr 1938 als Fahnenjunker zur 8. Batterie des Artillerie-Regiments 12 (Schwerin). Mit dieser Einheit kämpfte er im Rahmen der 12. Infanteriedivision beim Polenfeldzug. Im Januar 1940 wurde er zum Artillerie-Regiment 209 versetzt (209. Infanteriedivision), wo er am 1. April 1940 zum Leutnant befördert wurde. Nach Teilnahme am Westfeldzug meldete er sich zur Sturmartillerie und kam am 21. Juli 1940 zur IV. Abteilung des Artillerie-Lehr-Regiments. Am 18. August 1940 wurde er Zugführer der Sturmgeschütz-Abteilung 185, mit der er ab Juni 1941 mit der Heeresgruppe Mitte in Rußland kämpfte.

Am 1. April 1942 wird er zum Oberleutnant befördert und wird Chef der 2. Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 185, die er im Herbst 1942 bei den heftigen Kämpfen im Raum Welikije Luki führte. Am 6. Mai 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 2. Juni 1943 wurde er Batteriechef der 1. Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 237, die er im Sommer und Herbst 1943 im Raum Smolensk erfolgreich führte, wofür er am 1. August 1943 zum Hauptmann befördert und am 3. Oktober 1943 von Adolf Hitler mit dem Ritterkreuz und mit dem Eichenlaub ausgezeichnet wurde. Wie die Presse berichtete, habe der 23-jährige Spranz bis September 1943 74 Panzer abgeschossen und sei insgesamt neunmal verwundet worden.[1] Er gehörte somit zu den erfolgreichsten Sturmgeschützkommandanten der Wehrmacht. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen und der damit verbundenen Erfahrung übernahm er ab April 1944 einen Panzernahbekämpfungslehrgang.

Am 1. Dezember 1944 wurde er dann Ordonnanzoffizier beim Chef des Generalstabes des Heeres. Ab März 1945 war er noch zur Generalstabsausbildung zur 14. Armee nach Italien kommandiert worden. Bei Kriegsende befand er sich bei der 12. Armee „Wenck“ im Raum Berlin-Brandenburg und geriet im Mai 1945 in ameriksnische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Oktober 1945 entlassen wurde.

Studium[Bearbeiten]

Von 1947 bis 1950 besuchte Spranz die Kunsthochschule in Bremen und wurde 1951 als technischer Assistent am Übersee-Museum in Bremen angestellt. Mit Genehmigung des Bremer Senats durfte er, ohne die Museumspflichten zu vernachlässigen, an der Universität Hamburg Völkerkunde, Volkskunde und Vorgeschichte studieren. Der damalige Ordinarius Franz Termer bildete ihn zum Amerikanisten aus und stellte ihm auch ein Dissertationsthema in dieser Richtung. 1958 promovierte er in Hamburg mit der Arbeit „Der Codex Borgia; Untersuchungen zur Ikonographie einer mexikanischen Bilderhandschrift der Vatikanischen Bibliothek in Rom“. Nach der Promotion blieb er am Übersee-Museum Bremen.

Museumsleiter in Freiburg[Bearbeiten]

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Am 1. Juni 1962 wurde er hauptamtlicher Museumsleiter in Freiburg. Er habilitierte sich 1969 mit einer Schrift „Die Pyramiden von Totimehuacan/Puebla (Mexiko) und ihre Einordnung in die Entwicklung des präklassischen Pyramidenbaues in Mesoamerika“ und erhielt die Venia Legendi für Völkerkunde. Bis 1984 arbeitete er in Freiburg.

Bodo Spranz verstarb am 1. September 2007 in Bremen im Alter von 87 Jahren, seine letzte Adresse war Fedelhören 17a in 28203 Bremen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Eisernes Kreuz (1939)
    • I. Klasse (2. Juli 1941)
  • Verwundetenabzeichen (1939)
  • in Schwarz (4. September 1941)
  • in Silber (2. September 1942)
  • in Gold (8. Dezember 1942)
  • Deutsches Kreuz in Gold (6. Mai 1942)
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (28. Juli 1942)
  • Panzervernichtungsstreifen 4 x (27. August 1942)
  • Allgemeines Sturmabzeichen
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (3. Oktober 1943)
    • 308. Eichenlaub zum Ritterkreuz (3. Oktober 1943)

Werke[Bearbeiten]

  • Der Codex Borgia. Bremen, 1958.
  • Göttergestalten in den mexikanischen Bilderhandschriften der Codex Borgia-Gruppe. Steiner, Wiesbaden 1964.
  • Kunst im alten Mexico. Museum für Völkerkunde, Freiburg i.B. 1968.
  • Die Pyramiden von Totimehuacan, Puebla und ihre Einordnung in die Entwicklung des präklassischen Pyramidenbaues in Mesoamerika. Freiburg i.B. 1969.
  • Las pirámides del Cerro Xochitecatl, Tlaxcala (México). Steiner, Wiesbaden 1978.
  • Boote, Technik und Symbolik. Die Schiffahrt in aussereuropäischen Kulturen. Städtische Museen, Freiburg i.B 1984.
  • Deutsches Soldatenjahrbuch (Geleiwtort 2000/1). Schild-Verlag, München 2000.

Externe Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Kuhlbrodt, Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-883-6, S. 397.
  2. Eintrag im DAI. Abgerufen am 21. November 2012