Kolonialgedenkstein

Der Kolonialgedenkstein (auch Kolonialdenkmal) war ein im Jahr 1925 am Nordhang des Geheges errichtetes Denkmal.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 26. Oktober 1924 genehmigte die Stadtverwaltung Nordhausen auf Antrag von Walter Rudolph, Oberstleutnant a. D. (wohnhaft Spiegelstraße 10), im Namen einer „Gruppe von Kolonialdeutschen“ die Pflanzung einer sogenannten „Kolonialeiche“ zur Erinnerung an die nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Kolonien. Der Baum, eine Roteiche, wurde am Aufgang vom Beethovenring in die Nordwestecke des Geheges gepflanzt und ist noch heute erhalten.
Im folgenden Jahr wurde unmittelbar davor ein Halbrondell mit dem Kolonialgedenkstein angelegt. Die Enthüllung erfolgte am 5. September 1925. Walter Rudolph trat bei dieser Gelegenheit als Vertreter eines „Vereins der Kolonialpioniere" in Nordhausen auf. Der Gedenkstein trug die Inschrift mit den Namen der verlorenen Kolonien: „Südsee, Afrika, Kiautschou 1884–1924“. Das angebrachte Bronzemedaillon nach dem „Elefantenorden" stammte von dem Bildhauer Karl Möbius.
Das Denkmal ist nicht mehr erhalten und wurde wahrscheinlich nach 1945 beseitigt. Die Kolonialeiche hingegen steht noch heute (Stand 2026) hinter dem ehemaligen Halbrondell und wurde durch das Baumkataster der Stadt Nordhausen auf ein Alter von etwa 100 Jahren bestimmt.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stadtarchiv Nordhausen, Best. 1.4./ Altsignatur X 947, Bl. 37f.