Unliebsame Einquartierung in Nohra und Ellrich: Unterschied zwischen den Versionen

Aus NordhausenWiki
(Die Seite wurde neu angelegt: „{{SEITENTITEL:''Von der Kirche in Crimderode''}} {{Textdaten |VORIGER= |NÄCHSTER= |AUTOR=Wilhelm Kolbe |TITEL=Von der Kirche in Crimderode |SUBTITEL= |HER…“)
(kein Unterschied)

Version vom 29. März 2020, 16:44 Uhr

Textdaten
Autor: Wilhelm Kolbe
Titel: Von der Kirche in Crimderode
Untertitel:
aus: Heimatland. Illustrierte Blätter für die Heimatkunde des Kreises Grafschaft Hohenstein, des Eichsfeldes und der angrenzenden Gebiete
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1911 (Nr. 13)
Verlag:
Drucker:
Erscheinungsort:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung:
Digitalisat:
Eintrag in der GND: [1]
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild

Unliebsame Einquartierung in Nohra und Ellrich. Während heute jeder Hohensteiner in Dorf und Stadt seine Einquartierung als liebe Gäste betrachtet, war sie in alter Zeit nichts weniger als willkommen, einmal weil sie damals ihre Wirte monatelang heimsuchte und dann, weil ihre Verhalten im Gegensatz zu heute oft zu wünschen übrig ließ. Das beweist die Beschwerde des Amtmannes Hans Hermann Triseberg zu Nohra, der am 16. Januar 1675 an Landschaftskomnnssarius Burchardt Friedrich von Zengen berichtet: Ich kann demselben unberichtet nicht laßen, daß sich unsere Gaste sehr mausig machen und die wenigsten mit deme, was der arme Bauer hat, sich contentiren laßen, sondern viel ein beßeres haben, ja noch gar die Leute mit Geld Pressuren placken wollen, dürfen sich auch nicht scheuen die Leute, wan selbige nicht sofort nach ihrem Horizont leben wollen, zu prügeln und sonst zu plagen, weilen ich nun nicht anders weiß, sondern hoffe diese Gäste werden, wann sie notdürftigen Unterhalt bekommen, zufrieden sein müssen, so habe jedoch hiermit vernehmen wollen, wie man sich hierunter zu verhalten. Ich besorge, es möchte leicht ein Unglück daraus entstehen, halte aber dafür, es würde mancher Soldat sich bedenken, ehe er den Bauern mit Prügeln und derogleichen zu Halse fiele, wann sie nicht dicke und häufig beysammen logiret wären, daß sie Meister spielen könnten, kann auf die angefangene Art auch nicht gehen, sondern müßen entweder fortgetrieben oder auseinander geleget werden sonst tuen sie kein Gut, denn die Herrn Officiere conniviren gar sehr und sind selber darnach aus, wie sie die Leute brandschetzen und hie und da freye Quartiere, woraus sie Geld nehmen, für sich behalten wollen.

 Am 12. April 1679 berichtet die Stadt Ellrich, daß sie von Wernigerode aus Nachricht erhalten habe, daß am Abend zwei Regimenter Dragoner ankommen würden, und bitten für eine schleunige Verteilung dieser Truppen auf die benachbarten Ortschaften zu sorgen, da es der Stadt unmöglich sei die Regimenter zu verpflegen nachdem erst vor kurzem drei Regimenter in Ellrich Quartier genommen und die Stadt völlig ausgesogen hätten. In dem Bericht heißt es: Hier ist weder Bier, Brot, Hafer, noch Heu auch für Geld nicht zu bekommen und wie man gestern von diesem abermaligen Durchmarsch geredet, sind alle Vorstädter über 50 Mann aus den Häusern mit Sack und Pack nacher der Wieda und Zorge geflüchtet und die ledigen Hütten gelassen.

W. K.