SPD Nordhausen

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Der Kreisverband Nordhausen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ist einer von 23 Kreisverbänden der SPD in Thüringen.

Kreisvorsitzende ist Anika Gruner.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Nordhäuser SPD-Kreisverband wurde am 28. Dezember 1989 gegründet, nachdem bereits am 27. November 1989 ein Ortsverband in Nordhausen unter der Bezeichnung SDP (Sozialdemokratische Partei in der DDR) entstanden war. Zum Kreisvorsitzenden wurde der Ingenieur Winfried Theuerkauf gewählt, der zuvor Mitglied im Neuen Forum war. Geschäftsführerin wurde die Übersetzerin Margot Keßler, die den Ortsverband in Bleicherode gegründet hatte. Zum Aufbau von Parteistrukturen erhielt der Kreisverband Unterstützung von der SPD in Osterode und Rheingau-Taunus. Die Geschäftsstelle befand sich zunächst in der Altstadt (Domstraße), danach wurde eine Kreisgeschäftsstelle für Nordhausen, Sondershausen und Artern in der Grimmelallee eröffnet. Margot Keßler war bis 1999 Regionalgeschäftsführerin für Nordthüringen.

Das Programm der SPD Nordhausen unterschied sich 1990 nicht sonderlich von der CDU Nordhausen.[1] Die CDU und ihr Personal wurde hauptsächlich auf Grund ihrer Blockpartei-Vergangenheit kritisiert. Die Wahlergebnisse für die Kreis-SPD waren "durchwachsen"; es gelang ihr nicht, stärkste Kraft in einem Kommunalparlament zu werden, noch eines der beiden direkten Landtagsmandate zu gewinnen. Dennoch lagen die Ergebnisse deutlich über dem Landesdurchschnitt, was sich in den 1990er Jahren fortsetzen sollte.

In der Gründungsphase hatte die SPD Nordhausen 30 bis 40 Mitglieder, danach erfolgte ein rascher Anstieg auf über 300 Mitglieder. Diese Zahl konnte jedoch nicht gehalten werden.[2] Im Januar 1992 zählte man 264 SPD-Mitglieder und auf diesem Niveau stabilisierten sich die Werte.[2] Es konnten 15 Ortsverbände gegründet werden, wobei die Installation von Vorfeld-Organisationen schleppend verlief.

Anfang der 1990er Jahre stellten die Sozialdemokraten in Kreis- und Stadtrat die zweitstärkste Fraktion. Im Kreistag galt die SPD als scharfzüngige Opposition, die vor allem mit sozialen Themen, Vergangenheitsbewältigung, Beschränkung des Rohstoffabbaus und kostengünstiger Verwaltungsstrukturen (z. B. kein Bau eines neuen Landratsamtes) hervortraten. Auf Stadtebene dagegen stellte man einen Dezernenten und übte den Schulterschluss mit CDU und FDP. Zur Kommunalwahl 1994 wurde die SPD stärkste Kraft im Stadtrat und Barbara Rinke Oberbürgermeisterin. Auch in diesem Wahlkampf sollten die sozialen Themen überwiegen.

Das Personal der Nordhäuser SPD war in den 1990er Jahren heterogen; dominierend waren Personen auf dem Umfeld der evangelischen Kirche (z. B. Winfried Theuerkauf, Barbara Rinke, Andreas Weigel, Dagmar Becker, Walter Elmer). Insbesondere in die erste Kreistagsfraktion waren Vertreter des regionalen Protestantismus gewählt worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen. Das östliche Eichsfeld und der Landkreis Nordhausen. Marburg: Tectum Verlag, 2012.

Externe Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 314.
  2. 2,0 2,1 Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 315.