Riesenhaus

Das Riesenhaus war ein stattlicher Fachwerkbau am Holzmarkt (Lutherplatz). Es wurde von dem Nordhäuser Riesen geziert, eine überlebensgroße Statue, die mit beiden Händen eine Lanze vor sich hält. Das alte Patrizierhaus wurde bei dem Luftangriff auf Nordhausen am 4. April 1945 zerstört.

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste Erwähnung geht auf eine fabelhafte Geschichte zurück; hier soll 1363 dem verhassten Grafen Ulrich von Honstein der Kaufpreis für die Schnabelsburg ausgezahlt worden sein, währenddessen die Nordhäuser Bürger die Burg zerstörten.

Erstmals urkundlich erwähnt wird das „Reßenhus“ im Jahr 1375. Nach der „Querfurter Chronik“ von Cyriakus Spangenberg kaufte der Edelmann Busso III. 1432 das Riesenhaus von Heinrich vom Hayn. Nach Bussos Tod wurde es dem Augustinerkloster in Eisleben testamentarisch vermacht und blieb bis 1519 in dessen Besitz. Die Stadt Nordhausen kaufte das als baufällig beschriebene Haus und hielt hier u. a. Ratssitzungen ab.

Die große Feuersbrunst am 23. August 1710 zerstörte das Riesenhaus, welches in den darauffolgenden Jahren im Fachwerk wieder aufgebaut wurde.

Im September 1805 errichtete ein Herr Blödau eine Gaststätte im Haus.

1927 erfolgte eine Restauration.

Bei den Luftangriffen auf Nordhausen am 4. April 1945 wurde das Riesenhaus komplett zerstört.