Karl-Otto Scharberts "unerwarteter Tod" kann nach neueren medizinischen Erkenntnissen ein "pötzlicher Herztod" gewesen sein

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Karl-Otto Scharbert war nach dem Abitur 1954 an der Wilhelm-von-Humboldtschule Nordhausen FDJ-Schulsekretär. Nach dem Abschluss eines Studiums der Philosophie und Psychologie an der Universität Leipzig war er hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin und damit "Tschekist". Der innerhalb des Ministeriums für Staatssicherheit gebräuchliche Begriff Tschekist bzw. Tschekisten für hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter beruht auf dem Aufbau des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) durch aktive Mitwirkung sowjetischer Spezialisten. Tscheka war die Vorläuferorganisation der sowjetischen Geheimdienste NKWD und KGB.[1]

Scharbert baute im Ministerium eine Abteilung für "Psychologie" auf. Das Ehepaar Liesel und Jost-Dieter Rudloff erfuhr 2010 bei einem Besuch von Jost-Dieters ehemaliger Klassenkameradin Gisela Scharbert geb.Tetzel, dass ihr Mann Karl-Otto Scharbert im Alter von 51 an einem plötzlichen Herztod verstarb, obwohl er ein trainierter und erfolgreicher Marathonläufer war. Frau Scharbert deutete eine "innere Abkehr ihres Mannes von Mielkes Politik" an. In dieser Zeit liess Karl-Otto-Scharbert sich in das Innenministerium versetzen. Er war damit kein Tschekist mehr. K.-O.Scharbert nahm einen Lehrauftrag an der Hochschule für Ökonomie "Bruno Leuschner" an. Diese Informationen sowie seine Erinnerungen als FDJ-Klassensekretär an den 1955 FDJ-Schulsekretär Scharbert der Wilhelm-von-Humboldt-Oberschule Nordhausen und "Edelkommunisten KOSch, anständigen Kerl und fröhlichen Unterhalter bei Klassenfesten" gab Jost-Dieter Rudloff dem Journalisten Manfred Neuber. Karl-Otto Scharberts "unerwarteter Tod" kann nach neueren medizinischen Erkenntnissen ein "plötzlicher Herztod" gewesen sein. Inzwischen ist bekannt, dass der "plötzliche Herztod" vor allem Menschen über 35 mit unerkannten coronaren Vorerkrankungen oder familiärer Anlage trifft. Wird beim Auftreten von Herzflimmern nicht sofort mit einer Herzdruckmassage und eventuell auch Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen oder ein Defibrillator angesetzt, tritt nach 10 Minuten der Tod ein. Die sofortige Überführung Scharberts ins DDR-Regierungskrankenhaus war im Falle eines "plötzlichen Herztodes" ohne Defibrillierung nutzlos.

  • Quelle: Jost-Dieter Rudloff, Grenzach, den 23. Mai 2020.
  • Die Veröffentlichung erfolgt mit Einverständnis des Autoren.
  1. www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Tschekisten