Ehrenfriedhof

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Der Ehrenfriedhof am Stresemannring ist die erste im Zusammenhang mit den Luftangriffen auf Nordhausen angelegte Gedenkstätte und erinnert an die über 1.600 Häftlinge, die hier im April 1945 in Massengräbern beigesetzt wurden, zum größten Teil Opfer der Luftangriffe auf die Boelcke-Kaserne. Viele zivile Bombenopfer und Soldaten wurden auf dem nördlichen Teil des Sonderfriedhofs, des jetzigen Ehrenfriedhofs, oberhalb des Denkmals in Massengräbern beerdigt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der „Ehrenfriedhof für die Opfer des Faschismus“ wurde beim damaligen Otto-Grotewohl-Ring angelegt und befindet sich unmittelbar oberhalb des kurz darauf angelegten Ehrenfriedhofs für Angehörige der Roten Armee, mit dem er eine Raum- und Sinneinheit bildet. Gegenüber liegt der Nordhäuser Hauptfriedhof. Am 29. September 1946 wurde der erste Gedenkstein eingeweiht, der aus einem Obelisken besteht mit einer stilisierten Fackel.[2] Als Inschrift war zu lesen: „Opfer des Faschismus 1933 - 1945. Ihr Opfer soll uns Mahnung sein." Man ging bei dem Denkmal nicht explizit auf die Luftangriffe ein, jedoch zeugt die offizielle Denkmalerklärung mit der Beschreibung „Ehrenfriedhof für die Opfer des Faschismus (Luftangriff 1945)“ von 1979 davon, dass man die toten Häftlinge nicht nur als „Opfer des Faschismus“, sondern auch der alliierten Bomben ansah. Die auch als „Ausländer-Ehrenfriedhof“ bezeichnete Anlage wurde im Gegensatz zum Sowjetischen Ehrenfriedhof wenig gepflegt, was z. B. bei einer französischen Delegation im Jahr 1973 für Empörung sorgte.

1975 wurde der Ehrenfriedhof umgestaltet und der Obelisk durch einen neuen Gedenkstein ersetzt.[2]

Eine 1995 geplante umfangreiche Veränderung des Areals mit 24 Granitquadern wurde nach Protesten des Euro-Komitees der ehemaligen Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora verworfen. Stattdessen wurde ein schlichtes Denkmal errichtet in Anlehnung an den Winkel der Häftlingskleidung. Mit Texttafeln wurde von nun an differenziert auf die Luftangriffe auf die Boelcke-Kaserne als auch auf die Kaserne als Sterbelager eingegangen. Das neue Denkmal wurde am 3. Oktober 1999 im Beisein des Euro-Komitees der Überlebenden und des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie des Zentralrats der Sinti und Roma eingeweiht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Schröter: Die Zerstörung Nordhausens. Nordhausen: Meyenburg-Museum, 1988. S. 59
  2. 2,0 2,1 KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora: Inventar der Denkmäler in Nordhausen, S. 53.