Die Nordhäuser Friedensfeier nach dem dreißigjährigen Kriege: Unterschied zwischen den Versionen

Aus NordhausenWiki
 
Zeile 17: Zeile 17:
 
|QUELLE=Scan
 
|QUELLE=Scan
 
|DIGITALISAT=
 
|DIGITALISAT=
|KURZBESCHREIBUNG=
+
|KURZBESCHREIBUNG=[[Dreißigjähriger Krieg]]
 
|SONSTIGES=
 
|SONSTIGES=
 
|GND=
 
|GND=

Aktuelle Version vom 10. November 2019, 09:34 Uhr

Textdaten
Autor:
Titel: Die Nordhäuser Friedensfeier nach dem dreißigjährigen Kriege
Untertitel:
aus: Heimatland. Illustrierte Blätter für die Heimatkunde des Kreises Grafschaft Hohenstein, des Eichsfeldes und der angrenzenden Gebiete
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1909 (Nr. 14)
Verlag:
Drucker:
Erscheinungsort:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung: Dreißigjähriger Krieg
Digitalisat:
Eintrag in der GND: [1]
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
Die Nordhäuser Friedensfeier nach dem dreißigjährigen Kriege.


1650 am 2. September ist der Frieden- und Freuden-Festtag nach geschlossenem Frieden allhier solenniter gehalten worden. Des abends vorher ist die Vesper gehalten und darauf von 4 Uhr bis 5 Uhr mit allen Glocken 1 Stunde lang geläutet, da denn die Thum-Pfaffen mitgefeuret (gefeiert) haben. Des andern Tags frühe ward der Anfang gemacht uf der Schule und mit Trompeten und andere Saiten-Spiele über die Mauer hinaus, denn der Rath ließ alldar ein Theatrum oder Bühne hinsetzen, mit 4 Choren trefflich musicieret; dies hat gewehret bis um 6 Uhr. Nach solchem sind die Knaben, Schüler und ganze Schule, dazu auch die Bürger ihre kleinen Kinder geschicket, mit paaren vor den Weinkeller (Rathskeller) uf den Markt gegangen. Die jüngern Knaben haben weiße Hemden an, grüne Gräntze uf ihren Häuptern und grüne Zweige in ihren Händen und sungen miteinander bis dahin, fingen auch aufs neue und stattlichste an mit allen Saiten-Spielen zu musicieren auf dem Marckt vor dem Rathhause mit Paucken und Trompeten. Nachdem solches vollbracht, gingen die Schüler und alle Knaben dreimal um die Kirche St. Nicolai über den Kornmarkt durch den Krämern her und sungen; letzlich aber ein jeglicher praeceptor seine Schüler, so in seine Pfarre gehörten, und sungen ein jeglicher mit solchen bis in seine zugehörige Kirche hinein und ward der Gottesdienst mit Singen, Loben, Predigen und Danken in allen Kirchen gehalten. Der Text war der 85. Psalm, den der S. Herr Padenius erwehlet. Um 12 Uhr war von St Nicolai, St. Blasii, St. Petri und St. Jakobi Kirchthurm mit Trompeten Chorweis, da einer dem andern herum geantwortet, gespielet, und um 1 Uhr zum abermahligen Gottesdienst geläutet. Auch von 4 bis 5 Uhr abermal 1 Stunde mit allen Glocken geläutet und letzlich abends um 8 Uhr vor allen jetztgedachten 4 Kirch-Thürmen wechselsweise musiciert und sonderlich das Tedeum laudamus sowohl mit Vocal- als auch Instrumental-Misic abgesungen. (Diese Feier ist dann noch alle Jahre bis uf den erfolgten Französischen Krieg continuiret worden.)