Die Feldfluren der Grafschaft Hohenstein: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 10. November 2019, 09:30 Uhr

Textdaten
Autor: Fr. Krönig
Titel: Die Feldfluren der Grafschaft Hohenstein
Untertitel:
aus: Heimatland. Illustrierte Blätter für die Heimatkunde des Kreises Grafschaft Hohenstein, des Eichsfeldes und der angrenzenden Gebiete
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1909 (Nr. 9)
Verlag:
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Erscheinungsort:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung: Feldflur
Digitalisat:
Eintrag in der GND: [1]
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Die Feldfluren der Grafschaft Hohenstein.


Unter diesem Titel ist bereits im 4. Jahrgange S. 183 ein Aufsatz erschienen, von dem aber versehentlich nur der erste Teil veröffentlicht worden ist, der von der Bodenbeschaffenheit der Grafschaft handelt. Im folgenden soll nun von der Flur im besonderen die Rede sein. – Die Grafschaft Hohenstein enthält einen Flächenraum von rund 190,000 Morgen. Davon entfallen 40,000 Morgen auf Wald, welcher teils dem Staate, teils den Gemeinden und Privatleuten gehört. Die königl. Forsten stehen unter der Aufsicht der Oberförstereien zu Lohra, Königstal und Benneckenstein. Der größte Teil des Grund und Bodens indessen wird für den Ackerbau benutzt und ist nur zum kleineren Teile – etwa 7600 Morgen – im Besitz der königlichen Domänen. Davon entfallen auf Amtlohra 1520, auf Clettenberg 1356, auf Günzerode 1272, auf Münchenlohra 1260, auf Woffleben 920 auf Salza 656 und auf Kleinfurra 464 Morgen. Die übrige Ackerfläche verteilt sich auf 4 Städte, 61 Dörfer und 14 Gutsbezirke. Nach der „Statistischen Darstellung des Kreises Nordhausen“ entfielen im Jahre 1863 auf die einzelnen Dörfer: Großwechsungen 5320, Nohra 3520, Großwerther 3100, Kehmstedt 3010, Großberndten 2730, Pustleben 2400, Wolkramshausen 2260, Liebenrode 2200, Mackenrode 2100, Lipprechterode 2060, Trebra 2050, Haferungen 2000, Kleinberndten 1950, Kleinfurra 1900, Sollstedt 1940, Kleinwechsungen 1810, Limlingerode 1770, Clettenberg, Wülfingerode und Niedergebra je 1730, Hesserode 1670, Gudersleben 1620, Salza 1600, Kleinwerther 1585, Oberdorf 1570, Tettenborn 1550, Stöckey 1515, Rüxleben 1470, Mitteldorf 1370, Günzerode 1360, Herreden 1300, Wernigerode 1250, Kleinbodungen 1220, Hainrode 1200, Hörningen 1190, Rehungen, Pützlingen und Wollersleben je 1170, Obergebra 1150, Gratzungen 1100, Mauderode 1060, Friedrichsrode 960, Hochstedt 940, Woffleben 930, Obersachswerfen 910, Kleinwenden 870, Bliedungen 840, Mörbach 840, Wernrode 650, Etzelsrode 750, Holbach 670, Großwenden 650, Immenrode 640, Branderode 620, Ascherode 600, Elende 500, Steinsee 220, Sorge 7 Morgen. Diese Zahlen mögen hier und da eine kleine Änderung im Laufe der 43 Jahre, beispielsweise durch Ausrodung kleiner Gehölze erfahren haben, im großen und ganzen aber werden sie heute noch zutreffend sein. Unter Hinzurechnung von Wald, Wiese und Unland wird natürlich die Reihenfolge der Fluren eine andere sein. Dann marschiert Benneckenstein mit seinen 12600 Morgen an der Spitze! Bleicherode dürfte mit seiner Feldmark von 7490 Morgen, nämlich 5332 Acker, Wiese und Unland und 2170 Wald, folgen; Steinsee besaß im Jahre 1863 nur 324 und Friedrichslohra im Jahre 1790 sogar nur 38 Morgen. Die Fruchtbarkeit der Fluren ist natürlich nach Bodenbeschaffenheit und Klima eine verschiedene. Die Flußtäler der Wipper und Helme enthalten recht fruchtbare Acker- und Wiesenländereien, die Täler der Zorge und Wieda dagegen haben in Folge früherer Überschwemmungen einen durchweg kiesigen Untergrund und liefern deshalb in trockenen Jahren nur sehr unsichere Erträge. Die fruchtbarsten Fluren sind die von Groß-und Kleinwerther, Günzerode, Wolkramshausen, Stöckey, Ober- und Mitteldorf, Wernrode und Haferungen; am wenigsten fruchtbar die Feldmarken von Kleinberndten, Wernigerode, Friedrichsrode, Elende und Woffleben.

 Je weniger das Klima der hiesigen Gegend die Landwirtschaft begünstigt, desto erhöhtere Anforderungen macht dieselbe an den menschlichen Fleiß. Es leuchtet ein, daß gerade deshalb den Einwohnern der Grafschaft aus einer Vernachlässigung der Bodenkultur große Nachteile erwachsen würden. In der fortschreitenden Entwickelung des Ackerbaues liegt unbestritten der mächtigste Hebel für Gewerbe und Wohlstand. Die leiseste Beeinträchtigung, die jene erfährt, wirkt störend auf diese zurück. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß in den allermeisten landwirtschaftlichen Betrieben auf Verbesserungen Bedacht genommen wird. Von Jahr zu Jahr werden immer mehr landwirtschaftliche Maschinen angewendet und alle Hilfsmittel gebraucht, um den Ackerbau auf seine Höhe zu bringen. (Nach der statsitischen Darstellung des Nordhäuser Kreises.)

 Fr. Krönig.