CDU Nordhausen

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Der Kreisverband Nordhausen der Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist einer von 23 Kreisverbänden der CDU in Thüringen.

Die CDU Nordhausen ist stärkste Kraft im Kreistag (16 Mitglieder) und Stadtrat (11 Mitglieder). Kreisvorsitzender ist Christoph Zyrus.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nordhäuser Ost-CDU hatte 1989/90 etwa 1.000 Mitglieder[1] und war weder zahlenmäßig noch machtpolitisch bedeutend; es wurden ihr im Rahmen der Blockpartei-Politik einige Ratsfunktionen und Mandate zugeordnet. Die lokale Parteiführung hielt sich bei den Demonstrationen 1989 bedeckt und hatte damit „ihre Chance für eine aktive Mitgestaltung der Wende verspielt“ (Manfred Schröter).[2]

Zitat Es gab damals keine Helden unter uns [...]. Da war kaum ein Unionsfreund, der die Platz ergreifende Wendestimmung damals nicht mit großer Sympathie und Hoffnung registriert, aber andererseits auch keiner, der sich sichtbar für alle mit an die Spitze der nun stürmisch einsetzenden Bewegung stellte... Zitat
                    — Manfred Schröter[2]

Bei der gefälschten Kommunalwahl im Mai 1989 war die Partei mit zehn Abgeordneten im Kreistag vertreten. Mitte November 1989 zog sich die Ost-CDU mit anderen Blockparteien aus der Mitarbeit in der Nationalen Front zurück. Nun wurden eigenständige programmatische Ansätze in der Öffentlichkeit vertreten, und der zum Fraktionssprecher gewählte Abgeordnete Günter Uebner gab eine vom Vorstand legitimierte Erklärung ab, in welcher sich die Nordhäuser CDU zu einer Mitverantwortung für begangenes DDR-Unrecht bekannte.[3]

Im Februar 1990 wurde der in der Region bekannte Arzt Manfred Schröter zum Kreisvorsitzenden gewählt und löste damit Ernst Duddek ab. Im Folgenden knüpfte die Union Kontakte zu Kreisverbänden in Niedersachsen und Hessen. Prominente Wahlkämpfer wurden eingeladen, wie der Innenminister Wolfgang Schäuble und Heiner Geißler. Die Wahl zur Volkskammer im März 1990 gewann die CDU Nordhausen zusammen mit dem Demokratischen Aufbruch mit 57,8 Prozent. Bei der anstehenden Kommunalwahl im Mai sollten die kommunalen Gremien besetzt werden, was mit 37,9 Prozent gelang.

Der Lehrer Joachim Claus gewann für die CDU die Wahl zum Landrat, Manfred Schröter wurde Oberbürgermeister von Nordhausen. Bei der ersten Thüringer Landtagswahl wurden Egon Primas und Klaus Zeh als Direktkandidaten gewählt.

In der Kommunalwahl 1994 büßte die CDU ihre dominierende Stellung ein, und die SPD wurde im Nordhäuser Stadtrat stärkste Kraft. Auch das Oberbürgermeisteramt ging an Barbara Rinke (SPD) verloren. Als Grund für die Stimmenverluste werden innerparteiliche Konflikte gesehen[4]; Kreis-CDU und Stadt-CDU führten einen abgekoppelten Wahlkampf.

Unterschiedliche Ansätze existierten zu einer Zusammenarbeit mit der PDS. So wurde diese von Klaus Zeh kategorisch abgelehnt, während die Fraktionsführung im Kreistag zumindest auf eine punktuelle Kooperation baute.[5] Das Verhältnis zur SPD blieb die Jahre angespannt.

Die CDU im Landkreis Nordhausen konnte auf ein stabiles und gut aktivierbares Potenzial an Mitgliedern blicken.[6] Der Kreisvorsitz wechselte in den 1990er Jahren zweimal: Manfred Schröter gab den Parteivorsitz 1992 an Franz Busch ab, ihm folgte 1993 Klaus Zeh.

Durch den Sieg bei der Landtagswahl (Zeh, Primas) konnte die CDU ihre Strukturen weiter festigen und die Parteiarbeit u. a. durch die vergrößerte Kreisgeschäftsstelle professionalisieren. Der Aufbau von Gliederungen verlief dagegen schleppend, und Vereinigungen wie Junge Union, Frauen-Union, Mittelstandsvereinigung usw. mussten immer wieder „neu“ gegründet werden. Innerhalb der evangelischen Kirche spielten CDU-Vertreter keine Rolle.[6]

Bei den Landtags- und Kommunalwahlen 1999 war die CDU wieder erfolgreicher und wurde stärkste Kraft im Kreis- und Stadtrat.

Kreisvorsitzende[Bearbeiten]

  • Christoph Zyrus

... ...

Nordhäuser CDU-Mitglieder in kommunalpolitischen Spitzenämtern[Bearbeiten]

Landtag[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen. Das östliche Eichsfeld und der Landkreis Nordhausen. Marburg: Tectum Verlag, 2012.

Externe Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 302 f.
  2. 2,0 2,1 Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 303.
  3. Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 304.
  4. Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 308.
  5. Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 311.
  6. 6,0 6,1 Bittorf: Kontinuität und Wandel in Nordthüringen, S. 312.