Lutherplatz

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Der Holzmarkt vor der Umgestaltung (1883)

Der Lutherplatz (bis 1897 Holzmarkt, früher auch Kohlmarkt genannt) befindet in der Stadtmitte von Nordhausen und verbindet den Königshof und den Markt. Nordwestlich mündet die Poststraße und nordöstlich die Engelsburg und die Jüdenstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Lutherbrunnen und das Riesenhaus auf dem Lutherplatz (1907)

Der Platz wird 1275 als Forum lignorum (Holzmarkt) erwähnt, ferner 1375 Holzmargt und 1559 Holtzmarckt. Der Name geht auf den dort regelmäßig abgehalten Holzhandel zurück, der 1431 vom Rat untersagt wurde. Danach wurde auf dem Platz mit Vieh gehandelt, bis auch dies auf Grund des Geruchs auf den Königshof verlegt wurde. Im Volksmund wurde das Gebiet nur als „Markt“ oder „Kohlmarkt“ (Kohlhandel) bezeichnet.

Für das Jahr 1559 ist auf dem Holzmarkt eine Wasserkunst erwähnt, die 1583 durch eine neue ersetzt wurde. Durch den Ilfelder Bildhauer Johann Ludwig Meil wurde 1755 eine Triton-Figur geschaffen, die den Brunnen für über 230 Jahre zierte.

An der Nordseite des Platzes befand sich seit 1713 die Hauptwache, die dem Stadthauptmann als Unterkunft und den Stadtsoldaten als Quartier diente. Nach der Einverleibung Nordhausens durch Preußen wurde das nun überflüssige Gebäude abgerissen.

1888 wurde auf dem Holzmarkt der Lutherbrunnen mit dem Denkmal eingeweiht. Danach bezeichnete man diesen Platz im Volksmund als Lutherplatz und so wurde er 1897 umbenannt.

Durch seine zentrale und viel frequentierte Lage siedelten sich viele Handwerksmeister und Gewerbetreibende an. Traditionell trafen sich die Nordhäuser zum Martinsfest auf dem Platz.

Das markanteste Gebäude am Platz war das Riesenhaus, das 1945 zerstört wurde. An der Stelle befindet sich heute ein Wohn- und Geschäftshaus, an dem die Figur des Riesen angebracht ist. Ein weiteres bekanntes Haus war die Adler-Apotheke, die die vermutlich älteste Apotheke der Stadt ist. Aus Gründen zunehmenden Verkehrs musste das Lutherdenkmal und der Brunnen 1936 umgesetzt werden. Im selben Jahr wurde das Schönausche Haus abgebrochen, um das Neue Rathaus mit der Stadtsparkasse zu errichten.

Lutherplatz mit der Neuen Post

Bei den Luftangriffen auf Nordhausen wurde der Lutherplatz komplett zerstört. Die Wiederaufbau begann in den 1950er Jahren und das markanteste Gebäude am Platz ist heute die 1963 eröffnete Neue Post. 1971 wurde ein Brunnen mit Motiven einstiger Nordhäuser Bauten und eine Grünfläche errichtet. Der Lutherplatz ist nun geprägt von den in den 1950/60er Jahren errichteten Wohnungen unter Leitung von Friedrich Stabe. Im Jahr 2004 wurde im Rahmen einer Bürgerinitiative der einstige Standort des Brunnens auf dem Lutherplatz neu gestaltet. Der neue Lutherbrunnen, vom Bildhauer und Grafiker Peter Genßler entworfen, wurde im modernen Stil errichtet und zeichnet sich durch seine schiefen Flächen aus, an denen das Wasser hinabfließt. In unmittelbarer Umgebung wurden die Büsten der Reformatoren Martin Luther, Justus Jonas und Michael Meyenburg aufgestellt.

Literatur[Bearbeiten]