Ebersburg

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Ebersburg
Bergfried (2012)

Bergfried (2012)

Alternativname(n): Ebersberg
Entstehungszeit: 12. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Bergfried, Reste der Toranlage
Ständische Stellung: Pfalzgrafen
Ort: Sägemühle (Herrmannsacker)

Die Ebersburg (ursprünglich Ebersberg) ist eine Burgruine bei Sägemühle und ist von dort auf einem kurzen, aber steilen Fußweg zu erreichen. Sie befindet sich etwa 1 km nordöstlich des Dorfs Herrmannsacker oberhalb des Thyra-Zuflusses Krebsbach auf dem Burgberg.

Von der mittelalterlichen Anlage sind heute insbesondere noch die Ruinen der Toranlage der Kernburg sowie der ca. 20 m hohe Bergfried mit einer Mauerstärke von bis zu 4,5 m vorhanden.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer 1189 oder 1190 ausgestellten Urkunde bekennt Erzbischof Konrad von Mainz, daß er das verpfändet gewesene Schloß Ebersberg und dessen Einkünfte von seinem Verwandten, dem Pfalzgrafen von Sachsen, eingelöst und diesem zu Lehen gegeben habe. Die verbreitete Annahme, daß Ebersberg im Rahmen der gegen Nordhausen geführten aktiven Erwerbspolitik des Pfalzgrafen und späteren Landgrafen Hermann I. von Thüringen um das Jahr 1182 aus- oder neugebaut wurde, kann damit nicht aufrechterhalten werden. Wahrscheinlicher ist die Vermutung, daß diese Burg ursprünglich zum Schutz des Mainzer Hofes Rottleberode in den einstmals königlichen Forst hineingebaut wurde und hier gleichzeitig auch zur Bedrohung der Reichsstadt Nordhausen diente.

Mit dem Tode von Heinrich Raspe (Gegenkönig von 1246 bis 1247) stirbt das ältere Thüringer Landgrafenhaus 1247 aus. Die Herrschaft kommt durch Erbschaft an die Wettiner.

1249 gelingt es dem Grafen Siegried von Anhalt, der die Burg als Heiratsgut seiner Frau beansprucht, die Burg nach einer Fehde in seinen Besitz zu bringen. Nach weiteren Kämpfen wieder im Besitz der Wettiner, kommt die Burg 1326 als Lehen an die Grafen zu Stolberg.

Im 16. Jahrhundert beginnt der Verfall der Burg.

Die Burgruine wird seit 2006 vom Verein für lebendiges Mittelalter e.V. instand gesetzt.

Von der Ebersburg fällt der Blick unter anderem hinab nach Herrmannsacker und hinüber zum Kyffhäuser mit dem Kyffhäuserdenkmal. Die Ruine ist als Nr. 100[1] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Kuhlbrodt: Die Ebersburg bei Herrmannsacker, Kreis Nordhausen. Kreisvorstände der Gesellschaften für Denkmalpflege und Heimatgeschichte im Kulturbund der DDR, Nordhausen 1984, S. 16.
  • Berent Schwineköper (Hrsg.): Provinz Sachsen-Anhalt (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. 11 = Kröners Taschenausgabe. Bd. 313). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Alfred Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9.
  • Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. 2. erweiterte und überarbeitete Auflage. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2003, ISBN 3-910141-56-0, S. 96–97.
  • Jörg Brückner: Zwischen Reichsstandschaft und Standesherrschaft. Die Grafen von Stolberg [...], Dissertation, TU Chemnitz, 2003. Darin Kap. 2.4.7 Ebersberg, S. 47–49. PDF 3,9 MB, Online.

Externe Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 100 – Ebersburg auf harzer-wandernadel.de


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