Christian Demelius

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Christian Demelius
[[Bild:|220px|Christian Demelius]]
Demelius, Christianus
Demel, Christian
Dömel, Christian
Tehmel, Christian
geb. 1. April 1643 in Schlettau
gest. 1. November 1711 in Nordhausen
Organist, Komponist, Selbstverleger
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GND-Nummer 102442819
DNB: Datensatz

Christian Demelius (geb. 1. April 1643 in Schlettau/Erzgebirge als Christian Döhmel; gest. 1. November 1711 in Nordhausen) Organist, Komponist und Kantor an der St.-Blasii-Kirche in Nordhausen.

Leben[Bearbeiten]

Christian Döhmel wurde als Sohn des Bierbrauers Paul Döhmel und Maria Döhmel (1590–1632) geboren. Er wurde vom Schlettauer Stadtschreiber und Organisten Christoph Knorr ausgebildet und empfing seine musikalische Ausbildung in Zwickau. Durch Förderung des Nordhäuser Bürgermeisters Johann Christoph Ernst konnte er 1658 ein Studium in Leipzig beginnen. Von 1664 bis 1667 war er Mitglied der Hofkapelle von Adam Drese in Jena. Am 20. April 1667 schrieb er sich an der Universität Jena für das Theologiestudium ein. Der Herzog Bernhard von Sachsen bemerkte die Begabung Demelius’ und wurde ebenfalls sein Förderer.

1669 beendete er sein Studium und erhielt nach Fürsprache das Amt des Kantors in Nordhausen und wurde zudem Musiklehrer am Gymnasium. Am 25. November 1669 trat er den Dienst an und sollte in 42 Dienstjahren prägend für die Kirchenmusik werden. Demelius unterstand der Musikunterricht der Oberstufe am Gymnasium und die Aufsicht über die Organisten der Stadt.

Am 6. März 1671 heiratete Demelius in Heringen die Tochter des verstorbenen Bürgermeisters Johann Kelner, Catharina Margarete Kelner. In Folge wurden fünf Söhne und fünf Töchter geboren. Sein Sohn Andreas Demelius (1711–1747) wurde sein Nachfolger als Kantor in Nordhausen, Conrad Richard Demelius hingegen Organist an der gleichen Kirche.

In Abstimmung mit der Geistlichkeit veröffentlichte er 1668 ein Gesangsbuch, welches bis 1735 in den Gemeinden gebraucht wurde. Das Buch erlebte dabei mehrere Auflagen und wurde nach dem Tod von Christian Demelius von seinem Sohn Andreas Demelius erweitert und erneut herausgegeben. 1735 erschien schließlich das neue Gesangbuch von Lesser und Tebel für die Gemeinden.

1700 veröffentlichte er Vortrab von 6 Motetten und Arien. 1702 verfasste er eine Kompositionslehre, die, handschriftlich überliefert, erst 2001 veröffentlicht wurde. In dieser Kompositionslehre fasste Demelius sein Wissen über die Theorie der Musik zusammen.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Braun: Die Kompositionslehre des Christian Demelius (Nordhausen um 1702) (= Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, Band 9). Nordhausen 2001.
  • Karl Hans Pollmer: Erzgebirgische Kalendergeschichten, Berlin 1972, S. 63
  • Dieter Theml: Christianus Demelius (1643-1711) anlässlich seines 370. Geburtstages in Schlettau, in: Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Schlettau Nr. 3/2013, S. 10 (Digitalisat; PDF; 1,1 MB)
  • Dieter Theml: Der Kirchenmusiker Christian Demelius (1643-1711), in: Erzgebirgische Heimatblätter 2/2013, S. 2–4